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Weihnachten
Erster sächsischer Weihnachtsmarkt in Prag

Nussknacker
Nussknacker | © franky242, Colourbox

Zur Adventszeit gehören untrennbar auch Weihnachtsmärkte. Tschechen haben sich längst daran gewöhnt sich an Weihnachten auch bei ihren westlichen Nachbarn einzustimmen und die Weihnachtsmärkte in Dresden, Berlin, Regensburg oder Nürnberg zu besuchen. Nun kommt aber etwas Besonderes – zwischen dem 12. und 15. Dezember lässt sich ein Stück echt sächsischer Weihnachten direkt im Zentrum der tschechischen Hauptstadt erleben.

Von Tomáš Moravec, Goethe-Institut

Süße Weihnachten aus Sachsen

Wenn man über Weihnachten und Dresden spricht, ist es fast Pflicht in einem Atemzug auch über den legendären Dresdner Stollen zu sprechen. Die lokale Version dieser Süßspeise, deren Form uns an das in Windeln gepackte Christkind erinnern soll, zählt zu den berühmtesten Stollen überhaupt. Im Vergleich zu der tschechischen „vánočka“ sind die Stollen in der Regel härter, trockener und viel süßer – gegessen werden sie auch nicht in großen Mengen, sondern eher stückweise verkostet.

Eine weitere für Sachsen typische Süßigkeit, deren Beliebtheit allerdings über die Adventszeit hinausgeht, ist die Eierschecke. Sollten Sie Freunde, Familie oder Bekannte aus Sachsen haben, sind Sie diesem weichen, zarten Kuchen bestimmt nicht entgangen. Sie wird nämlich in Sachsen als eine Art Landesschatz wahrgenommen und mit Stolz präsentiert. Sollten sie sich entscheiden, die Eierschecke zu Hause selbst vorzubereiten, würden Sie dafür Zucker, Eier, Butter, Mehl, Backpulver, Quark, noch mehr Zucker und Eier, dazu Pudding und – nicht zuletzt – noch mehr Zucker und Eier gebrauchen. Der berühmte, aus Dresden stammende, Schriftsteller Erich Kästner sagte einmal, dass die Eierschecke eine Kuchensorte ist, die zum Schaden der Menschheit auf dem Rest des Globus unbekannt geblieben ist. Falls Sie auch diesem „Rest des Globus“ angehören, können sie einen ersten Schritt in Richtung Besserung gehen, indem Sie eben den sächsischen Weihnachtsmarkt in Prag besuchen. An Eierschecken wird es dort nämlich nicht mangeln.
 
  • Erzgebirgische Schwibbogen auf DDR-Briefmarken © Gemeinfrei
    Erzgebirgische Schwibbogen auf DDR-Briefmarken
  • Dresdner Eierschecke © CC0 by Brücke Osteuropa
    Dresdner Eierschecke
  • Weihnachtsstollen © Colourbox
    Weihnachtsstollen
  • Dresden im Winter © Getty Images
    Dresden im Winter
  • Weihnachtspyramide in Sachsen © Colourbox
    Weihnachtspyramide in Sachsen

Volkskunst aus dem Erzgebirge

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass das Erzgebirge, welches seinen Namen auf der sächsischen Seite vom Reichtum der vor Ort gefundenen Erze ableitet, auf der tschechischen Seite „Krušné Hory“, d.h.  „Mühseliges-Gebirge“ heißt? Die bergmännische Vergangenheit des Erzgebirges war allerdings mühselig, wie bis heute noch ein Symbol zeigt, das man während der Adventszeit in beinahe jedem sächsischen Fenster findet. Der bekannte Erzgebirgische Schwibbogen erinnert uns an die Zeiten, in denen die Bergmänner im Winter wegen der langen Schichten und kurzen Tage fast keine Gelegenheit hatten, die Sonne am Himmel zu sehen; das Licht der auf den Schwibbogen gestellten Kerzen sollte ihnen die Tage und Nächte zumindest ein bisschen heller machen. Auch die große Weihnachtstradition der Räuchermännchen kommt aus dem Erzgebirge. Die Volkskunst, Tradition und Marketing dieser hölzernen Figuren, in denen die Räucherkerzen platziert werden, sind nicht nur ein Erkennungsmerkmal für die Adventszeit im Erzgebirge, sondern für ebendiese in ganz Deutschland. Die Räuchermännchen, Nussknacker und Holzpyramiden lassen sich an Weihnachten von München bis Hamburg finden.

Man muss an dieser Stelle bestimmt nicht sagen, dass sich all diese Weihnachtssymbole auf dem ersten sächsischen Weihnachtsmarkt in Prag anschauen, bewundern oder auch kaufen lassen. Und dazu noch viel mehr – was wäre denn mit den Pulsnitzer Pfefferkuchen, sächsischer Kartoffelsuppe, Bratwurst, Glühwein oder sogar Glühbier?

Über die Weihnachtsstimmung werden die Herrnhuter Sterne aus Lausitz hüten. Die kennen Sie bestimmt – ohne diesen Papiernstern, der im deutschsprachigen Gebiet durch die aus Mähren kommende Herrnhuter Brüdergemeine im 19. Jahrhundert verbreitet hat, kann man sich Weihnachten in Sachsen heutzutage nur kaum vorstellen.
Lernen Sie das reiche Brauchtum des Erzgebirges kennen, dem dieses Jahr der Titel Weltkulturerbe verliehen wurde.

Ort:

Verbindungsbüro des Freistaates Sachsen in Prag, U Lužického semináře 13, 118 00 Prag 1.

Öffnungszeiten: 

12.12.2019 von 19.00 bis 21.00 Uhr
13.12.2019 von 11.00 bis 21.00 Uhr
14.12.2019 von 11.00 bis 21.00 Uhr
15.12.2019 von 11.00 bis 19.00 Uhr
 
Der Eintritt zum Weihnachtsmarkt ist kostenfrei.

Herrnhuter Sterne Herrnhuter Sterne | © HERRNHUTER
 

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