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18:00–20:00 Uhr

Untergang des Abendlandes? Europa im Blick Russlands und der USA

Vortrag und Diskussion|Vortrag von Professor Karl Schlögel

  • Goethe-Institut Tschechien, Prag

  • Sprache Auf Deutsch und Tschechisch mit Simultanübersetzung.
  • Preis Eintritt frei

Prof. Karl Schlögel Foto: ČTK / DPA / Gerald Matzka

Prof. Karl Schlögel Foto: ČTK / DPA / Gerald Matzka

Herzlich laden wir Sie zu einem Vortrag von Professor Karl Schlögel, einem der bedeutendsten Historiker der Gegenwart und Spezialisten für die Geschichte Osteuropas, ein.

Zum Vortrag:

In der sich abzeichnenden neuen Weltordnung des 21. Jahrhunderts ist auch Europa gezwungen, sich neu zu definieren und neu aufzustellen. In Frage steht sein bisheriges Selbstverständnis. Dabei ist es der Kritik und dem Druck anderer Global Player ausgesetzt.

Nicht nur Russland, das seinen Großmachtanspruch im Krieg gegen die Ukraine durchzusetzen versucht, sondern auch die USA, die ihre Rolle als Hegemon zu behaupten suchen, stellen die Legitimation Europas, wie es sich seit 1945 herausgebildet hat, in Frage. Im Raum steht die Behauptung von der Dekadenz, ja von einem (neuen) Untergang Europas, dessen Rolle endgültig ausgespielt sei. Dieser Kritik und dieser Auseinandersetzung von zwei Seiten müssen sich die Europäer stellen.

Wie in jeder Bedrohungssituation liegt darin jedoch auch eine Chance der Selbstvergewisserung.

Zur Person:

Karl Schlögel (*07.03. in Hawangen) zählt zu den bedeutendsten europäischen Historikern der Gegenwart und ist langjähriger Professor für osteuropäische Geschichte. In seinen Büchern und Essays widmet er sich dem Raum zwischen Deutschland und Russland, der Geschichte Russlands, der Ukraine und Mitteleuropas sowie den Wandlungsprozessen Europas seit 1945. Seine Arbeiten zeichnen sich durch die Verbindung historischer Analyse mit kulturellen, literarischen und politischen Perspektiven aus und verorten Geschichte stets in einem größeren europäischen und globalen Zusammenhang.

Schlögel gehört zu den Autoren, die früh und nachdrücklich vor der Unterschätzung des russischen Imperialismus gewarnt haben, und plädiert seit Jahren für ein neues europäisches Selbstverständnis angesichts aktueller geopolitischer Herausforderungen. Für seinen herausragenden Beitrag zum Verständnis der europäischen Geschichte und sein gesellschaftliches Engagement wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.