Ausstellung Sibylle Bergemann: Photographien

Katharina Thalbach, Berlin, 1974 Foto: Sibylle Bergemann © Institut für Auslandsbeziehungen, Stuttgart

Do, 12.09.2019 -
Mi, 23.10.2019

Institut français de Prague

Štěpánská 35
Prag 1

Aufnahmen einer Ikone deutsch-deutscher Fotografiegeschichte

Die Ausstellung Sibylle Bergemann. Photographien stellt das Gesamtwerk einer der wichtigsten deutschen Fotografinnen der letzten Jahrzehnte international vor. In Prag werden zum einen – passend zum Ausstellungsort im Institut français – Aufnahmen aus Paris zu sehen sein, zum anderen Fotografien aus dem Zyklus Mode. Seien es Lederlumpenmäntel auf rauem Asphalt oder Flickenkleider neben einem Engel aus Stein: Bergemanns Modefotografien sind zugleich Gesellschaftsbilder, sind eine Dreieinigkeit von Schönheit, Botschaft, Strenge.

Sibylle Bergemann (1941–2010) wurde als Modefotografin bekannt. Sie war aber auch eine herausragende Vertreterin des fotografischen Essays und eine genaue Beobachterin. Bergemann hat sowohl seriell gearbeitet, als auch Themen und fotografische Notizen über längere Zeit festgehalten. Ihre Fokussierung auf situative und szenische Bilder begann Bergemann im Berlin der ausgehenden 1960er Jahre, später kamen New York, Paris, Tokyo oder São Paulo hinzu. Über viele Jahre arbeitete Bergemann mit Polaroids und bis 1990 überwiegend Schwarz-Weiß. Sie gehörte zu den wenigen Fotografen, die Farbe nicht illustrativ, sondern als konstitutives Element einsetzen. Ihre Berliner Wohnung war ein Treffpunkt der internationalen Fotografie-Szene – auch Josef Koudelka war hier zu Gast. Nach der Wende begründete Sibylle Bergemann die Agentur Ostkreuz mit und wurde Mitglied der Akademie der Künste.

Der gesellschaftliche Kontext spielte in Bergemanns Werk eine herausragende Rolle. Ihre Bilder sind geprägt von der kritischen Auseinandersetzung mit der DDR. Das Foto ist nicht nur Abbildung, sondern gibt Aufschluss über die Wirklichkeit. Es interpretiert diese und bezieht Stellung. Die Bilder werden Symbol, spiegeln Geschichten und spielen mit der Sehnsucht des Betrachters.

Eine Ausstellung des Instituts für Auslandsbeziehungen e.V. (ifa), Stuttgart, in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste, Berlin und Ostkreuz – Agentur der Fotografen, Berlin.

Die Vernissage findet am 12. September um 18 Uhr statt. Grußwort: Frieda von Wild, Künstlerin und Sibylle Bergemanns Tochter

 

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