Film Porträts: Zelluloide Reisen von Wim Wenders

Wim Wenders ©DonataWenders

Do, 01.03.2018 -
Mi, 07.03.2018

Rijeka

Retrospektive in Zagreb - sieben Schlüsselwerke des deutschen Meisterregisseurs

Wim Wenders ist einer der führenden Köpfe des sogenannten „Neuen Deutschen Films“, der in den siebziger Jahren als Protest gegen den Unterhaltungsfilm entstand und sich in kritischer Weise mit der deutschen Nachkriegsrealität beschäftigte. Wie auch Alexander Kluge, Volker Schlöndorff oder Rainer Werner Fassbinder setzte sich Wenders mit aktuellen politischen und sozialen Fragen auseinander.
 
Wenders‘ Filme handeln von einsamen und verloren Menschen, die ihr Leben in einem zerrissenen Land zum Besseren wenden wollen. Der Road Movie ist das bevorzugte Genre des Regisseurs: Fast immer entwickeln sich die emotionalen Veränderungen seiner Protagonisten auf einer Reise. Auf diese Weise entrollt Wenders auch ein Panorama städtischer Landschaften. Der Raum wird zur Metapher für die Sehnsüchte seiner Figuren.
  Wim Wenders ©DonataWenders Wim Wenders wurde 1945 in Düsseldorf geboren. Nachdem er im Jahr 1963 die Schule abgeschlossen hatte, studierte er Medizin, Psychologie, Philosophie und Soziologie in München, Freiburg und Düsseldorf. Im Oktober 1966 bewirbt er sich vergeblich um Aufnahme an der Filmschule IDHEC in Paris. Gleichwohl arbeitete sich Wenders in Paris in die Geschichte des Kinos ein. Er wurde zum Dauergast in der Cinémathèque française.
Im Jahr 1967 immatrikulierte er sich an der Hochschule für Film und Fernsehen in München. In den späten sechziger Jahren gab er sein Debüt mit den Kurzfilmen, die vom „New American Underground“ und besonders von den experimentellen Arbeiten Andy Warhols inspiriert waren. Wenders’ erster Spielfilm Summer in the City (1970) war zugleich seine Diplomarbeit. Im Jahr 1971 gründete er gemeinsam mit zwölf anderen Filmemachern den „Filmverlag der Autoren“, der sich, was die Produktion und den Vertrieb neuer deutscher Filme anging, von den großen Studios unabhängig machte. Wenders wurde zu einem führenden Kopf des „Neuen deutschen Films“. Im Jahr 1975 erhielt er seine erste Auszeichnung für Falsche Bewegung: Der Film gewann in sechs Kategorien den Deutschen Filmpreis. Es folgten zahlreiche international prämierte Spiel- und Dokumentarfilme, darunter die Goldene Palme des Filmfestivals in Cannes für seinen Film Paris, Texas 1984 und den Preis für die beste Regie für Der Himmel über Berlin im Jahre 1987.
Wenders ist zudem zum Ehrendoktor der Universität Sorbonne ernannt worden, Professor an der Berliner Hochschule für Film und Fernsehen, Mitglied der Berliner Akademie der Künste (1984), Präsident der Europäischen Filmakademie (1991-1996), wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

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