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Oma Trude
Bücher, die auf Reisen gehen – Trudes Tipps für Leseratten

Bücher, die auf Reisen gehen – Trudes Tipps für Leseratten
Trude stöbert im Bücherschrank | © Illustration: Celine Buldun

Winterwetter und Corona-Beschränkungen? Kein Problem für Oma Trude! Sie hat ja ihre Bücher. Und der Lesestoff geht ihr niemals aus, denn sie weiß, wo es Nachschub gibt – kostengünstig und nachhaltig.

Von Oma Trude

Ihr Lieben,
 
ein gutes neues Jahr wünsche ich Euch – etwas verspätet! Wie war Euer Jahreswechsel? Meiner ist mit meiner Freundin Inge exakt so verlaufen, wie ich mir das vorgestellt hatte: gemütlich und geruhsam.
 
Die Zeiten sind ja immer noch schwierig. Und manchmal muss ich mich ziemlich anstrengen, um heiter und ausgeglichen zu bleiben. Aber zum einen gibt es Hoffnung, dass bald die Impfungen gegen das Corona-Virus Wirkung zeigen. Und zum anderen gibt es die Literatur.

Öffentliche Bücherschränke

Denn was mir gerade hilft ist: Lesen. Bücher gehören doch zum Tollsten auf dieser Welt! Ich bin richtig froh, einen öffentlichen Bücherschrank in meiner Nähe zu haben – so viele Bücher, wie ich in letzter Zeit „konsumiert“ habe, hätte ich mir gar nicht kaufen können. Das Prinzip Bücherschrank kennt Ihr bestimmt: Man kann ausrangierten Telefonzellen oder wetterfesten, öffentlich aufgestellten Schränken Bücher kostenlos entnehmen, die andere dort eingestellt haben. Selbstverständlich kann man dort auch seine eigenen Bücher anderen zur Verfügung stellen. Ganz wunderbar! Dadurch habe ich schon das eine oder andere tolle Buch gelesen, auf das ich sonst nie gestoßen wäre. Meiner Lieblingsbuchhandlung bin ich trotzdem treu geblieben und kaufe mir dort den neuesten Krimi, wann immer ich Lust darauf habe. Krimi muss manchmal einfach sein!
 
Ich weiß natürlich, dass sich Autorinnen und Autoren über jedes verkaufte Exemplar ihrer Werke freuen. Aber wenn Bücher in den Kreislauf einer größeren Leserschaft geschickt werden, gewinnen sie ja viel mehr Publikum und vielleicht sogar Fans, die sich dann tatsächlich ein weiteres Buch dieses Autors oder dieser Autorin kaufen. Ökologisch wertvoller ist es außerdem. Denn wir in Deutschland verbrauchen so viel Papier wie die Menschen in Afrika und Südamerika zusammen! Wer einmal Bilder von der Frankfurter Buchmesse gesehen hat oder schon dort war, kann sich ungefähr vorstellen, was für eine riesige Menge an Holz die Buchproduktion verschlingt.

Nachhaltig Bücher kaufen

Wenn Ihr aber ein Buch einmal doch nicht in der Buchhandlung Eures Vertrauens kaufen könnt und es deshalb im Internet bestellen wollt, gibt es eine interessante Alternative zum allseits bekannten amerikanischen Onlineversandhändler. Es ist ein Unternehmen namens ecolibri – angeblich werden durch diesen in Deutschland ansässigen nachhaltigen Versandhandel für Bücher, Hörbücher und E-Books mehr Bäume gepflanzt und erhalten, als für die Produktion der bei ihm gekauften Bücher verloren gehen. Wenn’s stimmt, eine super Sache! Und natürlich gibt es sehr viele Onlinebuchhändler für gebrauchte Bücher. Da habe ich schon tolle Schnäppchen gemacht, wenn ich etwas für meine Enkel oder Urenkel zum Vorlesen gesucht habe – auch manches Buch, das sonst gar nicht mehr lieferbar ist.

Tauschen mit Freunden und in Tauschbörsen

Inge und ich reichen uns schon auch einmal gegenseitig Bücher weiter. Weil sie aber einen Liebesroman nach dem anderen verschlingt, haben wir nicht ganz so viele gemeinsame Lieblingsbücher. Inge holt sich die meisten ihrer Schmöker in einer Online-Tauschbörse für Liebesromanfans. Es gibt scheinbar nichts, was es nicht gibt.

Online lesen

Wenn man Bücher nicht kaufen möchte oder kann, gibt es auch die Möglichkeit des kostenlosen Lesens im Internet. So stehen zum Beispiel in der Zeno.org-Bibliothek die bedeutendsten Werke der Weltliteratur von der Antike bis ins 20. Jahrhundert online und im Volltext zur Verfügung. Wer also spontan Lust auf den guten alten Johann Wolfgang von Goethe hat, kann über vierzig seiner Werke von der ersten bis zur letzten Seite am Computerbildschirm oder auf dem Tablet durcharbeiten. Wer lieber Friedrich Schiller, Franz Kafka oder Charles Darwin liest, wird dort ebenso fündig wie die interessierte Leserin von Charlotte Brontë, Annette von Droste-Hülshoff oder William Shakespeare. Mich beeindruckt so etwas sehr, muss ich zugeben! Was für ein Schatz steht uns allen da „einfach so“ zur Verfügung!

BookCrossing

Habt Ihr schon einmal von der lustigen Idee gehört, Bücher absichtlich irgendwo liegenzulassen? Sie „freizulassen“? Das klingt erst einmal simpel, und man kann das für sich und ohne „Community“ tun: Einfach ein Buch in einem Wartebereich für andere Leser*innen ablegen, mit oder ohne Notiz vorne drin. Dann ist es weg – und vielleicht hat jemand anderes ebenfalls Freude daran. Man kann aber auch eine Website namens BookCrossing.com nutzen, wie mir meine Enkelin Laura aus Berlin erzählt hat. Sie interessiert sich ja sehr für Nachhaltigkeit – zu meiner Freude ist sie da „ganz die Oma“. Auf dieser Plattform haben sich 1,9 Millionen Bücherfreund*innen weltweit zusammengetan, um Bücher in den Umlauf zu bringen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dies zu tun. Mir gefällt die Variante, vorne einen Aufkleber im Buch anzubringen, auf den man eine Nummer schreibt, die man sich von der Website geholt hat. Die Aufkleber-Vorlagen gibt es dort auch. Und wer immer das Buch findet, kann dann nachlesen, wo es schon überall war. Laut Anbieter reisen 13,4 Millionen Bücher durch 132 Länder. Cafés oder Geschäfte können sich gleichermaßen beteiligen und eine BookCrossing-Zone werden. Ich staune einfach immer wieder – diese Plattform gibt es schon seit 20 Jahren und ich habe erst jetzt davon gehört!?
 
Ihr seht, an Bücher zu gelangen, ist nicht immer mit einem hohen Kostenaufwand verbunden. Und jetzt entschuldigt mich bitte, mein Krimi lockt mich schon wieder aufs Sofa. Auch Euch wünsche ich einen solchen Anker im Corona-Alltag!

Herzliche Grüße
Eure Trude

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