INTERROBANG: CHATBOT CHALLENGE

Darstellende Kunst | Interaktive Theaterperformance zu KI, Täuschung und die Zukunft menschlicher Kommunikation

  • Mexiko-Stadt, San Luis Potosí, Guadalajara

  • Sprache Deutsch mit spanischen Übertiteln

. © Renata Chueire

. © Renata Chueire

Im Rahmen des Festival Cultura UNAM präsentiert INTERROBANG die Produktion CHATBOT CHALLENGE.

Stückbeschreibung

CHATBOT CHALLENGE ist ein Theaterexperiment über Künstliche Intelligenz, Inszenierung und menschliche Wahrnehmung.

Chatbots sind Theatermaschinen: sie führen lebendige Dialoge, sie schlüpfen in Rollen, sie zeigen und erzeugen Gefühle.

In CHATBOT CHALLENGE treten zwei Performerinnen und ein Creative Coder mit Chatbots und anderen KI-Systemen gemeinsam auf die Bühne. Sie gehen der Frage nach: wie viel Theater steckt eigentlich in KI und wie viel KI-Theater haben Menschen bereits verinnerlicht? Ausgehend von der Grundsituation des Theaters – dem Live-Auftritt vor einem Publikum – beginnt eine intime Begegnung mit globalen KI-Systemen, ihren Möglichkeitsräumen und Verblendungsstrategien. Was passiert, wenn KI-Systeme Zugriff bekommen auf Video, Sound, Bühne, Licht, den Körper der Spieler*innen und die Reaktionen der Zuschauer*innen? Sind Chatbots die besseren Performer*innen? Und wie viel Arbeit steckt hinter ihrer Rolle?

CHATBOT CHALLENGE verhandelt exemplarisch die gesamtgesellschaftlichen Fragen und Herausforderungen der gegenwärtigen KI-Transformationen und untersucht dabei auch die Produktionsverhältnisse hinter der KI-Illusion: Wie können die profitorientierten und oft diskriminierenden Strukturen von KI verändert werden? Wie können KI-Systeme entmystifiziert und ihr Bias offengelegt werden? Und was können KIs selbst zu diesen Fragen beitragen?

Nach der Vorstellung gibt es eine Q&A-Session mit dem Kolletiv auf Deutsch mit konsekutiver Übersetzung auf Spanisch.
 

Gastspieltour durch Mexiko

Das Stück CHATBOT CHALLENGE wird in drei verschiedenen Städten in Mexiko zu sehen sein: Neben den Vorführungen des Stücks wird es zudem einen Workshop zum Thema Theater und Künstliche Intelligenz am Freitag, den 09. Oktober geben. Geleitet wird dieser von Nina Tecklenburg und Manus Nijhoff vom Kollektiv. Alle Informationen sowie den Link zur Registrierungen finden sich hier. 

Über das Kollektiv

INTERROBANG entwickelt neue performative und digitale Formate zur Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Phänomenen und Fragestellungen. In partizipativen KI-Settings und installativen Theaterräumen kann das Publikum neue szenische Kommunikationsmodelle erleben, testen und reflektieren – analog, online und hybrid. Das Spiel mit theatraler Gemeinschaft wird so zum Spiel mit gegenwärtigen und möglichen zukünftigen Gesellschaftsformen und Wertesystemen.  
Produziert und gezeigt werden die Arbeiten im internationalen Kontext: HAU Hebbel am Ufer Berlin, Sophiensaele Berlin, Komische Oper Berlin, Haus der Kulturen der Welt Berlin, Theater an der Parkaue Berlin, Ruhrfestspiele, Impulse Theater Festival, Heidelberger Stückemarkt, internationales figuren.theater.festival Erlangen, Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste, Schauspiel Leipzig, FFT Düsseldorf, zeitraumexit Mannheim, Theater Rampe Stuttgart, Archa Theatre Prag, Ivan Franko National Academic Drama Theatre Kyjiw, Meyerhold Center Moskau, Teatr Kana Szczecin, STUDIO theatrgaleria Warschau, ARGEkultur Salzburg, WUK Wien, Kleintheater Luzern, Schlachthaus Theater Bern, The Crossroads Centre Lublin, u.v.m 
 

Credits

Konzept: Interrobang Stückentwicklung: Christiane Kühl, Till Müller-Klug, Nina Tecklenburg und Team Performance: Christiane Kühl, Nina Tecklenburg, Lara Domke, Künstliche Intelligenzen Dramaturgie: Lea Goebel, Anna Krauß Mitarbeit Dramaturgie: Lara Domke Creative Coding: Manus Nijhoff, Florian Fischer Bühnenbild und Video: Theresa Reiwer Video: Alexandre Silveira Kostüm: Birke van Maartens Musik: Friedrich Greiling Grafik: Jürgen Fehrmann, Julia Elger Technische Leitung & Lichtdesign: Dirk Lutz Produktionsleitung: ehrliche arbeit, Sandra Klöss Company Management &Kommunikation:Jack WillenbacherSocial Media: Jack Willenbacher und Selma Böhmelmann Öffentlichkeitsarbeit: Tina Ebert.
Produktion: Interrobang. Koproduktion: HAU Hebbel am Ufer, Schlachthaus Theater Bern. Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt und durch Mittel des Hauptstadtkulturfonds.

Dieses Projekt ist eine Kollaboration zwischen dem Goethe-Institut Mexiko und dem Festival Cultura UNAM, unterstützt durch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland und dem Deutschen Industriepatronat für Kultur (PIAC).

 

  • Gründungsmitglied von Interrobang. Performancemacherin, Theaterwissenschaftlerin und Professorin für Theater und Performance am Bard College Berlin. Als Ko-Regisseurin, Performerin und Dramaturgin arbeitet sie mit unterschiedlichen Künstler:innen und Performancegruppen, u.a. mit She She Pop, Gob Squad, Lone Twin Theatre, Baktruppen, Rabih Mroué und Reckless Sleepers. 2017-18 war sie als Gastprofessorin an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in der Abteilung Regie tätig. Ihr Buch „Performing Stories. Erzählen in Theater und Performance” (transcript 2014) erschien 2022 in einer englischen Übersetzung bei Seagull Books, herausgegeben von Richard Schechner.  
     

  • Gründungsmitglied von Interrobang. Studierte in Gießen Angewandte Theaterwissenschaft bei Professor Andrzej Wirth und promovierte über Nietzsches Theaterprojektionen. Bis Anfang der Nullerjahre war er in der internationalen Spoken-Word-Szene aktiv. Er schrieb und realisierte zahlreiche Theaterstücke und Hörspiele. Europa, eine Plagiate-Saga (WDR 2012) und Ich als Großprojekt (WDR 2015) wurden von der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste zum Hörspiel des Monats gewählt. Sprachlabor Babylon gewann den Kurd Laßwitz Preis und war nominiert für den Deutschen Hörbuch-Preis. Sein Theaterstück Der Minusmensch wurde Herbst 2016 am Schauspiel Leipzig uraufgeführt und lief mehrere Spielzeiten im Repertoire.  
     

  • ist Theatermacherin, Autorin, Redakteurin und seit 2023 Gastprofessorin für Interdisziplinäre künstlerische Praxis und Theorie an der Universität der Künste Berlin. Seit 2004 arbeitet sie als Performerin und Dramaturgin mit dem Videokünstler Chris Kondek als doublelucky productions. Doublelucky productions interessieren sich für die unsichtbaren digitalen Infrastrukturen, die unsere Lebenswelt organisieren, und versuchen, diese im Theaterraum erfahrbar zu machen. Koproduziert vom HAU Berlin, Residenz Schauspiel Leipzig, Münchner Kammerspielen u.a. entstanden rund 20 Performance-Projekte und Installationen, die national wie international gastieren und mehrfach ausgezeichnet wurden, darunter von 3sat und dem Goethe-Institut. Daneben Zusammenarbeit mit Interrobang, Rimini Protokoll, Quarantine (UK) und anderen Künstler*innen. 2011–2013 war sie Referentin und Stellvertreterin des Intendanten der Berliner Festspiele. Seit 2014 kuratiert sie gelegentlich interdisziplinäre Symposien zwischen Kunst und Theorie, etwa für das Festival für neue Kunst steirischer herbst (AT) und das Goethe-Institut Tallinn. Seit 2018 ist sie Teil des vielfach prämierten Projekts Weiter Schreiben. Ein Portal für Literatur aus Kriegs- und Krisengebieten. Bevor sie zum Theater kam, arbeitete Christiane Kühl als Journalistin. Sie war Redakteurin der taz, des kulturSPIEGEL und bei radioeins/rbb und schrieb als freie Autorin für verschiedene Zeitungen und Magazine

  • ist ein niederländischer Medienkünstler und Entwickler mit Sitz in Berlin. Ausgebildet als Grafikdesigner, arbeitet er seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Design, Programmierung und Performance. Zusammen mit der Berliner Theatergruppe Interrobang hat er interaktive Arbeiten entwickelt, die sich mit Künstlicher Intelligenz auseinandersetzen und diese kritisch reflektieren. Dazu gehören Commune AI, Chatbot Challenge und AI Democracy, an denen er sowohl als Entwickler als auch als Performer mitwirkte. Als Technical Artist bei Moving Castles, deren Arbeit sich zunehmend auf KI fokussiert, war er an den Projekten This Cursed Machine und rat.fun beteiligt. Seine künstlerische Praxis verbindet technisches Know-how mit einem feinen Gespür für die seltsamen und oft humorvollen Beziehungen zwischen Robotern, fließenden Texten und menschlicher Erfahrung.