Virtuelle Ausstellungsvernissage Form & Landschaft: Bauhaus in Neuengland - Fotografien von Mark Römisch

BH Kugel Haus Foto: Mark Römisch

Do, 25.06.2020

Ein Gespräch mit dem Fotografen Mark Römisch und Peter McMahon, Gründungsdirektor des Cape Cod Modern House Trust


Via Zoom Webinar (RSVP erforderlich)
Viele sind überrascht, dass sich New England mit seinem kolonialen Baustil und puritanischem Geist zu einem Zentrum der Bauhaus-Diaspora entwickelt hat. Im Auftrag des Goethe-Instituts Boston im Jahr 2019 visualisierte Mark diese ganz besondere Verbindung durch eine fotografische Erkundung der wenig bekannten Bauhaus Kolonien in Wellfleet, Lincoln und Lexington in Massachusetts. Mark und Peter unterhalten sich über die Verbindungen zwischen Bauhaus, Neuengland und Natur, und nebenbei bekommen Sie einen exklusiven Blick auf diese verborgenen Bauhaus-Juwelen.
Leider musste die Ausstellung Form and Landscape: Bauhaus in New England, die im April im Goethe-Institut Boston öffnen sollte, aufgrund des Corona-Virus verschoben werden.

Diese Veranstaltung wird auch live auf unserer Facebook-Seite unter https://www.facebook.com/goetheinstitut.boston übertragen

Einladung zur Cocktail-Party!
(kein rsvp erforderlich - Lnk wird im Webinar geteilt)

Wir laden Sie ein, zu einem informellen virtuellen Treffen, eine schoene Gelengenheit Ihre favorite Bauhausgeschichten mit anderen Bauhaus Freunde zu teilen. Wir werden die Gelegenheit auch nutzen, um den vielen Menschen zu danken, die großzügig ihre Zeit und den Zugang zu ihren Immobilien angeboten haben, um dieses Projekt zum Erfolg zu führen.


Mark Römisch, geboren 1974 in Köln, ist ein deutscher Fotograf, Schauspieler und Theaterregisseur. Seine künstlerischen Arbeiten thematisieren häufig abstrakte Themen. Dabei hat seine langjährige Arbeit als Schauspieler und Theaterregisseur einen prägenden Einfluss auf die narrative und abstrahierende Bildsprache in seinen fotografischen Arbeiten, die sich zwischen dokumentarischen und fiktionalen Ansätzen bewegen.

Peter McMahon ist der Gründer und Direktor des Cape Cod Modern House Trust. Der Trust wurde 2007 gegründet, um die herausragende moderne Architektur des Outer Cape und die damit verbundene kreative Kultur zu archivieren, wiederherzustellen und zu feiern. Er ist zusammen mit Christine Cipriani Co-Autor von Cape Cod Modern, Mid-Century Architektur und Gemeinschaft am Äußeren Kap, 2014, Metropolis Books. Sein Designbüro in South Wellfleet konzentriert sich auf nachhaltige, moderne Architektur und die Restaurierung von Gebäuden der Mitte des 20. Jahrhunderts.


Form und Landschaft: Bauhaus in Neuengland
Viele werden überrascht sein, dass sich gerade Neuengland mit seinem kolonialer Baustil und puritanischer Geist zu einem Hub der Bauhaus Diaspora entwickelt hat. Walter Gropius, der Gründer des Bauhauses, kam 1937 nach Harvard, und ihm folgten mit Marcel Breuer, Josef Albers, Herbert Bayer weitere Bauhäusler nach Neuengland. Ihr Einfluss unter Studierenden und jungen Architekt*innen verbreitete sich schnell, aber auch Neuengland wirkte durchaus auf die aus Deutschland importierten Ideen und brachte eine ganz eigene Bauhaus Ausprägung hervor.

Obwohl sie die Neuengländer mit ihren modernistischen Flachdächern und ihrem kastenförmigen Stil schockierten, würdigten die Bauhäusler die Tradition der Neuengländer mit Ziegel, Feldstein und Holz, die gleichzeitig den traditionellen Bauhaus-Prinzipien der Einfachheit, Funktionalität und Erschwinglichkeit folgen. Zudem wollte man beweisen, dass sich aus bereits bestehenden, günstigen amerikanischen Produkten moderne Bauwerke erreichten ließen.
 
Zum Bauhaus Jubiläum wollten wir diese ganz besondere Verbindung and gegenseitige Bewunderung zwischen Bauhaus und Neuengland durch eine photographische Erkundung der oft wenig bekannten Kolonien in Wellfleet, Concord und Lexington aufzeigen. Es ging uns dabei nicht um einen dokumentarischen Ansatz, sondern um eine künstlerische Annäherung, ein Foto Essay. Die Kamera von Mark Römisch nähert sich behutsam aus dem Schatten der Natur, dringt leise die Architektur ein, verweilt an Details, und lässt dabei die Häuser nur mehr erahnen. Ein Anspruch auf Vollständigkeit war nie das Ziel. Und doch schafft er es gerade dadurch die Essenz dieser Gebäude und ihrer Bewohner einzufangen. Wenn man diese Häuser nie selbst betreten hat, -was zu bedauern wäre-, dann kommt man in der Betrachtung von Mark Römischs Bilder dem sinnlichen Erleben doch so nahe wie es anders kaum möglich ist.

 

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