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17:00 Uhr
Millenials aus Kiew
Lesung und Diskussion|Wellenwelten mit Dmitrij Kapitelman und Alexej Sevruk
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Prager Buchmesse, Prag
Wie hat der Krieg beeinflusst, wie sie sich selbst und die Ukraine wahrnehmen? Betrachten sie sich als Emigranten? Darüber und über weitere Themen wird vor dem Hintergrund von Kapitelmans Roman Eine Formalie in Kiew und Sevruks Erzählband Höhepunkt des Sommers gesprochen.
Wellenwelten oder Příliv příběhů ist eine Reihe deutsch-tschechischer Dialoge, die von der Mährischen Landesbibliothek und dem Goethe-Institut Tschechien anlässlich des Ehrengastauftritts Tschechiens auf der Frankfurter Buchmesse 2026 organisiert wird.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Literaturfonds, der den deutschen Autorinnen und Autoren einen Residenzaufenthalt in Prag ermöglicht hat.
Millennials aus Kiew
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Dmitrij Kapitelman
Dmitrij Kapitelman, 1986 in Kiew geboren, kam im Alter von acht Jahren als »jüdischer Kontingentflüchtling« mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität Leipzig und absolvierte die Deutsche Journalistenschule in München.
Heute arbeitet er als Autor beim ZEITmagazin. 2016 erschien sein erstes, viel gelobtes Buch Das Lächeln meines unsichtbaren Vaters, für welches er den Klaus-Michael Kühne-Preis gewann. 2021 folgte Eine Formalie in Kiew, für das er mit dem Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag ausgezeichnet wurde. Sein aktueller Roman Russische Spezialitäten wurde für den Deutschen Buchpreis 2025 nominiert.
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Alexej Sevruk
Alexej Sevruk (1983, Kiew, Ukraine), Schriftsteller, Publizist, Übersetzer. Seit seinem zwölften Lebensjahr lebt er in Tschechien. Er studierte Ukrainistik und allgemeine Slawistik an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität in Prag. Dort verteidigte er seine Dissertation über den sogenannten Surzhyk in der zeitgenössischen ukrainischen Literatur.
Zusammen mit Miroslav Tomek übersetzte er aus dem Ukrainischen den Roman Mocoviade von Juri Andruchowytsch und die Erzählsammlung Big Mac von Serhij Zhadan. Allein übersetzte er Zhadans Gedichtsammlung Geschichte der Kultur zu Anfang des Jahrhunderts und die Sammlung von Ljuba Jakymchuk Aprikosen des Donbass. Sevruk übersetzte das umfangreiche Werk Europeana von Patrik Ouředník ins Ukrainische. Aus dem Polnischen übersetzte er die Gedichtsammlung Wasserturmstation von Dawid Mateusz. Im Jahr 2016 veröffentlichte er die Kurzgeschichtensammlung Theater der tanzenden Marionetten. Es folgten der Roman Europäerin (2023) und die Erzählsammlung Höhepunkt des Sommers (2025).
Alexej Sevruk war Redakteur der Zeitschrift Plav – Monatszeitschrift für Weltliteratur (von 2015 bis 2018 als Chefredakteur).
Er lebt in Litoměřice und arbeitet als Archivar im Museum der nationalen Literatur.