Der Nerval-Goethe-Preis

Rose Labourie, Nerval 2026 @ Studio Destel

Das Goethe-Institut Paris, die Richard-Stury-Stiftung, die DLF (Défense de la Langue Française) und die Universität Sorbonne verleihen gemeinsam den Nerval-Goethe-Preis für literarische Übersetzungen aus dem Deutschen ins Französische.
 

Der Preis 

Mit dem Nerval-Goethe-Preis wird nicht nur eine herausragende literarische Übersetzung aus dem Deutschen ins Französische, sondern auch das Gesamtwerk eines Übersetzers oder einer Übersetzerin gewürdigt. Der Preis wird seit 2018 alle zwei Jahre in Paris verliehen.

Der Preis ersetzt den Prix Gérard de Nerval SGDL/Goethe-Institut, der zwischen 2011 und 2016 für die Übersetzung eines deutschen Werkes ins Französische vergeben wurde. Dieser Preis folgte auf den Prix Gérard de Nerval (1989 – 2011), der ausschließlich von der SGDL gestiftet wurde.

Der Nerval-Goethe-Preis wird nun von der Richard-Stury-Stiftung, der DLF, der Universität Sorbonne und dem Goethe-Institut Paris finanziert.

Die Jury des Nerval-Goethe-Preises setzt sich zusammen aus Claire de Oliveira (Vorsitzende), Bernard Banoun, Laurent Cassagnau, Françoise Toraille und Sacha Zilberfarb.

Als erster Preisträger wurde Gilles Darras im Jahr 2018 für seine Übersetzung von Franz Grillparzers Drames Antiques. Sappho, La Toison d’or, Les Vagues de la mer et de l’amour (Verlag Les Belles Lettres, 2017) ausgezeichnet. Im Jahr 2020 ging der Preis an Stéphanie Lux, die damit für ihre Übersetzung des Romans Katie von Christine Wunnicke (Verlag Jacqueline Chambon, 2018) geehrt wurde. Juliette Aubert-Affholder erhielt 2022 den Preis für ihre Übersetzung des Romanes Tyll von Daniel Kehlmann (Le roman de Tyll Ulespiègle, Verlag Actes Sud 2020).

Im Jahr 2024 wurde Laurent Cassagnau für seine Übersetzungen der Gedichtbände Blue Box von Barbara Köhler (Verlag L’Extrême Contemporain, 2022) und Silvatica von Helga M. Novak (Éditions Unes, 2022) ausgezeichnet.

Die nächste Preisverleihung findet am 7. Juli um 17 Uhr im Hôtel de Beauharnais, der Residenz der deutschen Botschaft in Paris, in Anwesenheit des deutschen Botschafters statt. Ausgezeichnet wird Rose Labourie für ihre Übersetzung des Theaterstücks Gott von Ferdinand von Schirach (Dieu, Verlag Gallimard, 2024) und ihr gesamtes Werk als Übersetzerin.
 

Die Preisträgerin 2026

Rose Labourie studierte Germanistik an der École Normale supérieure der Rue d’Ulm und der Sciences Po Paris und schloss ihr Studium an der Sorbonne mit einem Master in Verlagswesen ab. Über diesen Masterstudiengang gelangte sie schließlich zur Übersetzung. Im Anschluss gehörte sie zum Jahrgang 2015-2016 der von Olivier Mannoni gegründeten École de Traduction Littéraire und machte ihre ersten Schritte in diesem Beruf.

Seit 2014 ist sie hauptberuflich als Literaturübersetzerin tätig. In den letzten zwölf Jahren hat sie mehr als vierzig Werke ins Französische übertragen, vor allem zeitgenössische deutschsprachige Belletristik. Im Laufe der Zeit entwickelte sie eine Vorliebe für umfangreiche Übersetzungsprojekte wie Die Effingers von Gabriele Tergit. Zu den Autorinnen und Autoren, mit denen sie zusammenarbeitet, gehören Nino Haratischwili, Antje Rávik Strubel und Jenny Erpenbeck. Sie ist zudem die französische Stimme von Chris Kraus, Juli Zeh und Ferdinand von Schirach.

Sie ist Mitglied der Association des Traducteurs Littéraires de France und nimmt regelmäßig an Veranstaltungen und Workshops teil, um dem Beruf mehr Sichtbarkeit zu geben. Für Blutbuch von Kim de l’Horizon erhielt sie den Preis Roman en traduction 2024 des französischen PEN-Clubs. Anfang 2026 übernahm sie die pädagogische Leitung der École de Traduction Littéraire.
 

Kontakt

Aurélie Marquer
Goethe-Institut Paris 
Bibliotheksservice, Literaturprogramm
Aurelie.Marquer@goethe.de
Tel. +33 1 44439262

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