2019 erhielt sie die Einstiegsprojektförderung des Berliner Senats für ihr Projekt "META", eine kollaborativ entstehende Solo-Performance mit Premiere im Juni 2019. Sie ist Resident Artist des internationalen Residenzprogrammes auf Schloss Bröllin.
Als Künstlerin gilt ihr besonderes Interesse der interdisziplinären Verbindung von Tanz, Text, Raum und Sound sowie der Transformation des Performanceraums in einen vielschichtigen Ort des Erlebens.
Im Rahmen der bangaloREsidency plant sie, mit lokalen Tänzer*innen des Shoonya Centre for Art and Somatic Practices und weiteren interessierten Künstler*innen aus verschiedenen Bereichen ihre Recherche zu Macht & Hierarchie choreographisch und diskursiv fortzusetzen.
Abschlussbericht
Als ich in Bangalore ankam, hatte ich erstmal keine sehr konkreten Pläne. Ich wollte komplett in diesen neuen Kontext eintauchen und offen für das sein, was sich mir eröffnen würde. Ich habe versucht, dem Fluss zu folgen, mit dem zu arbeiten, was da war und etwas Neues daraus zu machen. Das war der Modus, in dem ich mich während der Residency wiederfand.
Ich habe meine Arbeit sehr intuitiv mit einem kurzen Video begonnen - „Plants#1“ - in dem ich mit Pflanzen im Studio performt habe. Das war ein guter Start, um im Kreations-Modus anzukommen, mich zu öffnen und mich mit meiner Kreativität zu verbinden.
In der zweiten Woche habe ich die lokalen Tänzer*innen aus meinem Hauptprojekt „Bangalore Power Project“ kennengelernt und begonnen zum Thema Machtmechanismen zu arbeiten. Wir haben unsere persönlichen Erfahrungen als Ausgangspunkt genommen und über Improvisationsaufgaben in unterschiedlichen Konstellationen Bewegungsmaterial entwickelt. Nach einiger Zeit habe ich Texte verfasst, die als Basis für Soli und Duette dienten. In der letzten Phase des gemeinsamen Prozesses habe ich versucht, eine Dramaturgie zu bauen und alles so zu komponieren, dass es als Ganzes Sinn macht.
Eine Schwierigkeit war, die Proben zu planen. Die Tänzer*innen hatten andere Jobs außerhalb des Projektes und somit war es schwer, in manchen Themen und Fragen in die Tiefe zu gehen, da sich der Prozess ziemlich fragmentiert angefühlt hat. Die erste Probe, wo wir alle zusammen waren, hatten wir weniger als zwei Wochen vor der ersten Aufführung. Das Licht, der Sound und einige choreographische Elemente wurden erst sehr spät fertiggestellt, was relativ stressig und herausfordernd für mich war. Doch am Ende fügte sich alles gut und ich war davon überrascht und beeindruckt, was wir zusammen in so kurzer Zeit entwickelt haben. Ich sah höchst authentische Performer*innen auf der Bühne, die sich sensibel und kraftvoll miteinander und mit dem Publikum im Moment der Performance zu verbinden wussten. Das berührte mich sehr.
Nach der ersten Aufführung im Shoonya Centre habe ich drei Tage in Hampi, einer Tempelstadt, verbracht. Ich war sehr inspiriert von der eindrucksvollen Landschaft, den Ruinen und historischen Tempelanlagen. Dort sind einige ortsspezifische Tanz Videos entstanden.
Wenn ich nun zurückblicke kann ich sagen, dass diese Residency auf vielen Ebenen sehr besonders für mich war. Ich war noch nie an einem Ort so voller Kontraste: die Slums und die moderne Technologie, die Langsamkeit und die Eile, das Lebendige und die Lethargie. All diese Aspekte koexistieren in dieser Stadt und machen sie so divers und komplex.
Ich bin zutiefst dankbar für diese bereichernde Erfahrung, die meinen Horizont erweitert hat und definitiv einen wichtigen Meilenstein auf meinem persönlichen und künstlerischen Weg darstellt.