Konferenz der Abwesenden

Konferenz der Abwesenden Foto (Zuschnitt): © Sebastian Hoppe

Die Konferenz der Abwesenden ist eine Theaterperformance des Künstlerkollektivs Rimini Protokoll in Koproduktion mit dem Goethe-Institut, unter aktiver Beteiligung des Publikums. Erfahren Sie mehr über das Projekt...

Das Kollektiv

Rimini Protokoll

Helgard Haug, Stefan Kaegi und Daniel Wetzel haben im Jahr 2000 das Theater-Label Rimini Protokoll gegründet und arbeiten seither in verschiedenen Konstellationen unter diesem Namen. Stück für Stück erweitern sie die Mittel des Theaters, um neue Perspektiven auf die Wirklichkeit zu schaffen. 


Rimini Protokoll entwickeln ihre Bühnenstücke, Interventionen, szenischen Installationen und Hörspiele oft mit Expert*innen, die ihr Wissen und Können jenseits des Theaters erprobt haben. Außerdem übersetzen sie gerne Räume oder soziale Ordnungen in theatrale Formate. Viele ihrer Arbeiten zeichnen sich durch Interaktivität und einen spielerischen Umgang mit Technik aus.

So erklärten Rimini Protokoll zum Beispiel die Hauptversammlung der Daimler-Aktionär*innen zum Theaterstück oder inszenierten mit Call Cutta und Call Cutta in a Box eine transatlantische Unterhaltung zwischen einem Mitarbeiter eines indischen Call-Centers und je eine*r Theaterbesucher*in.

Mit 100% Stadt schufen sie eine weltweit immer wieder neu kontextualisierte Inszenierung, die 100 repräsentativ ausgewählte Bürger*innen der Stadt auf einer Theaterbühne versammelt. Bei ihrer Inszenierung Welt-Klimakonferenz spiegelten sie das Drama der Mammut-Diplomatie zum Schutz der Erdatmosphäre ins Hamburger Schauspielhaus.

Für den Multiplayer-Video-Walk Situation Rooms entwickelten sie ein hyperrealistisches Set, in dem 20 Zuschauer*innen auf den Spuren von Menschen wandeln, deren Biographien durch Waffen geformt wurden. In Utopolis lässt sich das Publikum von 48 tragbaren Lautsprechern durch die Stadt führen – um Kurs auf gemeinsame oder sich widersprechende Utopien aufzunehmen.

Die Stücke Chinchilla Arschloch, waswas (2020), Situation Rooms (2014) wie auch Wallenstein (2006) und Deadline (2004) wurden zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Darüber hinaus erhielten Rimini Protokoll u.a. den Mülheimer Dramatikerpreis für Karl Marx: Das Kapital, Erster Band, den Deutschen Theaterpreis Faust, den Grand Prix Theater des Schweizer Bundesamts für Kultur, den Europäischen Theaterpreis, den Silbernen Löwen der Theaterbiennale Venedig sowie den Deutschen Hörspielpreis und den Hörspielpreis der Kriegsblinden.

Seit 2003 befindet sich das Produktionsbüro von Rimini Protokoll in Berlin.

Rimini Protokoll – Webseite

Staatschauspiel Dresden Standbild © Goethe-Institut Italien

1. Juni 2021, Dresden, Staatsschauspiel
Doppelinterview: Daniel Wetzel und Lüder Wilcke

Die Uraufführung der Tournee fand am 1. Juni 2021 in Dresden am Staatsschauspiel statt. Rimini Protokoll stellte sich bei der Konzeption des Stückes folgende Fragen: Was passiert, wenn alle zu einer Konferenz eingeladenen Referenten plötzlich absagen, wegen Corona oder wegen des Klimawandels nicht anreisen möchten? Und was würde passieren, wenn das Publikum gebeten wird, ihren Platz einzunehmen? Nach eineinhalb Jahren digitaler Präsenz ging das Staatsschauspiel Dresden in Ermangelung der Protagonisten auf der Bühne bei der Inszenierung neue Wege. Wie ist es gelaufen? Finden Sie es anhand der Antworten, die Daniel Wetzel von Rimini Protokoll und Lüder Wilcke, Dramaturg des Staatsschauspiel, im Interview unserem Blogger Christian Rätsch gaben, heraus.

Die Tournee

Die Europatournee der Konferenz der Abwesenden startete im vergangenen Juni: Die Erstaufführung war am 1. Juni 2021 in Dresden am Staatsschauspiel, anschließend ging es zu den Ruhrfestspielen nach Recklingshausen und schließlich nach Frankfurt in den Mousonturm. Die nächsten Termine sind: Madrid, Naves del Español en Matadero, vom 8. bis 10. Oktober; Rom, Mattatoio, im Rahmen des Romaeuropa Festivals, vom 2. bis 4. November; Venedig, Internationale Architekturausstellung der Biennale, am 20. und  21. November; Luxemburg, Grand Théâtre, am 30. November und 1. Dezember; Brüssel, Kaaitheater, am 8. und 9. Dezember; Lissabon, Teatro do Bairro Alto, vom 23. bis 26. Februar 2022; Paris, Centre Pompidou, im Mai 2022.

Die Reportagen

In dieser Rubrik berichten unsere Blogger*innen, pro Stadt der Tournee, in kurzen Videos und Interviews über die Aufführungen und die Auswirkungen der performativen Telepräsenz auf das Publikum. Am Ende der Tournee wird Rimini Protokoll einen Abschlussfilm mit Beiträgen von Teilnehmer*innen aus ganz Europa drehen.

Zuschauerstimmen Collage © Goethe-Institut Italien

Premiere in Dresden, Juni 2021
Das Publikum in Dresden

Unser Blogger in Dresden, Christian Rätsch, hat in diesem Video die Teilnehmer*innen der Theaterpremiere Konferenz der Abwesenden interviewt. Lennart, Christian, Franziska... Die Zuschauer fanden sich auf der Bühne wieder, wurden von einem Souffleur angeleitet und sofort in eine Reihe von Emotionen verwickelt, die sie nicht erwartet hatten.
 
Und wie es war, nach der monatelangen Schließung wegen der Pandemie endlich wieder ins Theater gehen zu können, das sagt Christian in seinem Artikel:

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