Residenzen in Tschechien

  • Residenzwohnung © Goethe-Institut

Residenzprogramme haben in den letzten Jahren weltweit Konjunktur erfahren. Dieser rasanten Entwicklung und Popularität von Residenzen entspricht die sich seit den 1990er-Jahren stark verändernde Rolle der zeitgenössischen Kunst. Künstler arbeiten nicht mehr alleine im Atelier, sondern agieren kommunikativ, kontextbezogen und engagiert. Ihre Projekte verbinden verschiedene Orte, Dinge, Menschen und Diskurse. Ein zentraler Katalysator solcher temporären und translokalen Handlungen sind Residenzprogramme.

Inzwischen ist das Prinzip der Künstlerresidenz auch auf andere Professionen übertragen worden – auf Kuratoren, Kreative, aber auch Juristen, Schachspieler und Politiker. Residenzen sind gleichsam Medium der Kooperation und der Vernetzung und bieten die Möglichkeit, künstlerische, kritische und soziale Praktiken an verschiedenen Orten miteinander zu verbinden. Mehr noch, Residenz ist zu einer Metapher für Lebens- und Arbeitszusammenhänge im 21. Jahrhundert geworden. Ob Künstler oder Migrant – solche prekären, temporären Lebensformen sind heute nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Deswegen eignen sich Residenzen auch als kritisches Instrument, um über (trans)nationale und globale Formen von Produktion, Konflikt und Kooperation nachzudenken. Die Erfahrungen von KünstlerInnen und Residenzprogrammen aus Mittel- und Osteuropa können zudem als Ausgangspunkt neuer Strategien der kulturellen Produktion auch in Deutschland dienen.

Residenzen sind für das Goethe-Institut ein wichtiges Förderinstrument der künstlerischen Mobilität, der Vernetzung und des Kulturtransfers. In Mittel- und Osteuropa gibt es lokal langjährige Erfahrungen, an die angeknüpft werden kann. Zugleich entwickelt das Goethe-Institut mit seinen lokalen Partnern neue Modelle und Formate, über die Sie sich auf den folgenden Seiten informieren können.