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Deutschland
Gesamtschau „bauhaus imaginista“

Reflektorische Farblichtspiele von Kurt Schwerdtfeger (1922), Detailfoto des rekonstruierten Apparats von 2016 l Foto: Kurt Schwerdtfeger Estate and Microscope Gallery
Reflektorische Farblichtspiele von Kurt Schwerdtfeger (1922), Detailfoto des rekonstruierten Apparats von 2016 | Foto: Kurt Schwerdtfeger Estate and Microscope Gallery

„bauhaus imaginista“ erzählt die internationale Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte des Bauhauses vor dem Hintergrund geopolitischer Veränderungen im 20. Jahrhundert. Nach Ausstellungen, Symposien und Workshops unter anderem in Hangzhou, Moskau, Saõ Paulo, Lagos und New Delhi werden die Ergebnisse der Ausstellungen vom 15. März bis 10. Juni 2019 im Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert. Teile der „bauhaus imaginista“-Ausstellung werden darüber hinaus 2019 an weiteren Goethe-Instituten und Partnerinstitutionen weltweit gezeigt.
 
Berlin
15. März 2019 bis 10. Juni 2019

Das Bauhaus war in Kontakt mit vielen Persönlichkeiten und Institutionen in anderen Ländern. Hier traf es auf ähnliche, unabhängig entstandene Bewegungen, die dem Bauhaus selbst starke Impulse gaben. Über ein weltweites Netzwerk verbreiteten sich die Bauhaus-Ideen, korrespondierten mit lokalspezifischen Modernen und wurden in den jeweiligen gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten übersetzt und dort weiterentwickelt. Das internationale Ausstellungs- und Forschungsprojekt „bauhaus imaginista“ stellt den wechselseitigen Dialog und den Austausch des Bauhauses, seiner Studierenden und Lehrenden mit außereuropäischen Modernen in den Fokus.
 
Dabei verweist der Titel auf den Imaginationsraum, den das Bauhaus öffnete, und die vielschichtigen Lesarten, die die Schule bis heute birgt. Zwischen Archivmaterialien und zeitgenössischen Beiträgen übersetzt das Projekt historische Perspektiven in Fragen zur Gegenwart: Wie lässt sich heute Kultur als soziales Projekt neu denken? Welche Institutionen braucht ein solches Projekt? Wie regt das Bauhaus noch heute visionäre Praktiken und Diskurse an?

Bauhaus-Wege von Japan bis Brasilien

Die Ausstellung diskutiert in vier Kapiteln avantgardistische Kunstschulen in Indien und Japan als Parallelgeschichten moderner Bildungsreformen („Corresponding With“). Sie verfolgt das Studium vormodernen Handwerks am Bauhaus und von Bauhäuslerinnen und Bauhäuslern im nord- und mittelamerikanischen Exil, sowie dessen Politisierung im postrevolutionären Mexiko, im unabhängigen Marokko und in Brasilien („Learning From“). Es werden Übersetzungen von Gestaltungsansätzen des Bauhauses in China, Nigeria und in der Sowjetunion („Moving Away“) gezeigt, aber auch der innovative Gebrauch von Medien am Bauhaus, der die Gegenwartskunst und die Popkultur bis heute prägt („Still Undead“).

Kritisches Potenzial für die Gegenwart

Nach Ausstellungen, Workshops und Symposien 2018 in Hangzhou, Kyoto und Tokio, São Paulo, Lagos, Neu Delhi, Rabat, New York und Moskau in Zusammenarbeit mit den lokalen Goethe-Instituten und weiteren Partnern werden alle vier Kapitel im HKW in Berlin zusammengeführt. Auf 2.000 Quadratmetern, mit historischen Objekten und neuen Arbeiten von Kader Attia, Luca Frei, Wendelien van Oldenborgh, The Otolith Group, Alice Creischer, Doreen Mende, Paulo Tavares und Zvi Efrat. Erstmalig gezeigt wird außerdem das vierte und letzte Kapitel „Still Undead“, das anhand von Kurt Schwerdtfegers „Reflektorischen Farblichtspielen“ experimentelles Arbeiten mit Licht, Film, Fotografie und Sound untersucht. Zur Eröffnung wird der Apparat in einer Rekonstruktion vorgeführt.

Die Ausstellung wird von zwei Konferenzen in Berlin begleitet: Die Konferenz „political imaginista“ diskutiert am 16. März 2019 das kritische Potenzial des Bauhauses in der heutigen Zeit. Im Fokus stehen Strategien des Widerstands gegen den erstarkenden Rechtspopulismus sowie Fragen zur Politisierung von Kunst, Technologie und Popkultur. Es sprechen unter anderem Susanne Leeb, Doreen Mende und Wendelien van Oldenborgh, Kader Attia, John Blakinger, Beatriz Colomina, Alice Creischer, Thomas Flierl und Christian Hiller. Vom 11. bis 12. Mai 2019 geht die Konferenz „A New School“ der Bedeutung des Bauhauses für die Entwicklung experimenteller pädagogischer Praktiken und ihrer internationalen Resonanz aus historischer wie zeitgenössischer Perspektive auf den Grund.

Fortsetzung von „bauhaus imaginista“

Nach der Gesamtschau im HKW zieht die Ausstellung „bauhaus imaginista“ weiter nach Bern, wo sie vom 20. September 2019 bis zum 12. Januar 2020 im Zentrum Paul Klee zu sehen sein wird. Zudem wird „bauhaus imaginista: Still Undead“ mit Schwerpunkt auf Großbritannien vom 21. September 2019 bis 5. Januar 2020 im Nottingham Contemporary präsentiert.

Darüber hinaus wurde der Künstler Luca Frei vom Goethe-Institut und den Kuratoren beauftragt, ein skulpturales Element in Form eines begehbaren Raums zu entwerfen, in dem sich die Besucher mit den verschiedenen Ebenen des Projekts auseinandersetzen können. Zu diesen gehören kuratorische Forschungsergebnisse, Texte und Bilder zu den vier Kapiteln sowie die Dokumentation des internationalen Programms von „bauhaus imaginista“ aus dem Jahr 2018. Zentraler Bestandteil der Installation ist ein Computerterminal, an dem Besucher das Online-Magazin von „bauhaus imaginista“ durchsuchen und Bild- und Textmaterial ausdrucken können. Ein gesondertes Filmprogramm zeigt Arbeiten der zeitgenössischen Künstler und Wissenschaftler Zvi Efrat, Kader Attia, der Otolith Group und Wendelien van Oldenburgh über Themen und Geschichten des Bauhauses. Die mobile Ausstellung „bauhaus imaginista: collected research“ wird ab 2019 in weiteren Goethe-Instituten und anderen Partnerinstitutionen weltweit gezeigt.
 
Kuratiert wird „bauhaus imaginista“ von Marion von Osten und Grant Watson in Zusammenarbeit mit einem Team internationaler Forscherinnen und Künstler. Das Online-Journal www.bauhaus-imaginista.org dokumentiert die gesamte Entwicklung des Projekts und bietet eine Plattform für den Austausch von Künstlerinnen und Forschern aus allen Teilen der Welt.
 
bauhaus imaginista ist eine Zusammenarbeit zwischen der Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar, dem Goethe-Institut und dem Haus der Kulturen der Welt (HKW). Das Forschungsprojekt mit verschiedenen Ausstellungsstationen findet anlässlich des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses statt. Die Goethe-Institute erweiterten es durch internationale Perspektiven, und im Rahmen des HKW-Projekts 100 Jahre Gegenwart wird es in Berlin zusammengeführt. bauhaus imaginista wird ermöglicht durch Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die Kulturstiftung des Bundes (KSB) unterstützt die Ausstellung in Berlin, das Auswärtige Amt die Auslandsstationen. Medienpartner sind 3sat und Deutschlandfunk Kultur. Partner im Ausland sind die Goethe-Institute China, New Delhi, Lagos, Moskau, New York, Rabat, São Paulo und Tokyo sowie Le Cube – independent art room (Rabat) und weitere Institutionen. bauhaus imaginista wird realisiert in Zusammenarbeit mit dem China Design Museum / China Academy of Art (Hangzhou), der Independent Administrative Institution of National Museum of Art / The National Museum of Modern Art Kyoto, dem Garage Museum of Contemporary Art (Moskau) sowie dem SESC São Paulo.
 

Kontakt

Anne Maier
Leitung Presse / Pressesprecherin
Haus der Kulturen der Welt
Tel.: + 49 30 397 87 153
presse@hkw.de
 
Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
hannah.cuvalo@goethe.de

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