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Lateinamerika
Festival „Humboldt y las Américas”

Ausschnitt aus der Projektion Cauca (2013). Still (01.38). Aus der Reihe Atlas der Anden. Sammlung des Künstlers Camilo Echavarría, Medellín | Bild: Camilo Echavarría
Ausschnitt aus der Projektion Cauca (2013). Still (01.38). Aus der Reihe Atlas der Anden. Sammlung des Künstlers Camilo Echavarría, Medellín | Bild: Camilo Echavarría

Mit seiner Erkenntnis, dass „alles mit allem zusammenhängt", war Alexander von Humboldt seiner Zeit weit voraus. Der Universalgelehrte, Vordenker der Umweltbewegung und Gegner der Sklaverei ist heute in Lateinamerika bekannter als in großen Teilen Europas. Anlässlich seines 250. Geburtstages starten das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt die Themensaison „Humboldt y las Américas“. Sie findet in den lateinamerikanischen Ländern statt, die der Naturforscher zwischen 1799 und 1804 bereist hat. Den Auftakt bildet ein Festival mit einem historisch-akademischen Programm, das vom 1. bis 31. Mai in Bogotá zu erleben ist.
 
Bogotá
1. bis 31. Mai 2019

Lateinamerika und Europa sind durch gemeinsame wissenschaftliche Traditionen verbunden. Das ist nicht zuletzt dem deutschen Naturforscher Alexander von Humboldt zu verdanken. Der Universalgelehrte reiste durch zahlreiche lateinamerikanische Länder, darunter Venezuela, Kuba, Kolumbien, Ecuador, Peru und Mexiko, um sie zu erforschen.  
 
Am 14. September 2019 ist der 250. Geburtstag Alexander von Humboldts. Mit dem Festival „Humboldt y las Américas“ wollen das Goethe-Institut und das Auswärtige Amt gemeinsam dieses Jubiläum feiern: Ein Jahr lang werden in acht lateinamerikanischen Ländern zahlreiche Veranstaltungen stattfinden, die sich dem wissenschaftlichen, intellektuellen und ästhetischen Erbe Humboldts aus zeitgenössischer Perspektive widmen und gleichzeitig aktuelle Fragen rund um Klimawandel, Artenvielfalt oder die künftige Verfassung der Erde beleuchten. Nach der offiziellen Bekanntgabe durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Februar wird die länderübergreifende Themensaison nun vom 1. bis zum 31. Mai 2019 in Bogotá feierlich eröffnet.

Ein Diamant aus Humboldts Tinte

Den Auftakt von „Humboldt y las Américas“ macht die von Halim Badawi kuratierte Ausstellung „Die Natur der Dinge: Humboldt, Kommen und Gehen“, die ab dem 8. Mai im Kunstmuseum der Nationaluniversität in Bogotá zu sehen ist. Zehn zeitgenössische kolumbianische und lateinamerikanische Künstlerinnen und Künstler spüren dem Einfluss Humboldts in Installationen und künstlerischen Interventionen nach. In ihren Arbeiten greifen sie das Werk Humboldts, das traditionell von der Kunstgeschichtsschreibung wenig beachtet wurde, wieder auf, um überraschende Verbindungen zur heutigen lateinamerikanischen Kunst und zu zeitgenössischen Themen aufzuzeigen. Zu dem Themenfeld „Die männliche Wissenschaft queeren" steuert der kolumbianische Filmregisseur Carlos Motta eine Collage unter dem Titel „My dearly beloved R.“ bei, die auf einem Liebesbrief Humboldts an seinen geheimen Geliebten, einen Soldaten namens Reinhardt von Haeften, beruht. Ganz anders widmet sich Gianfranco Foschino dem Erbe Humboldts. Zum Thema „Kartographie der Wissenschaft“ entwickelt Foschino eine Videoinstallation. „A New Landscape“ zeigt chilenische Berge mit Wolken, die sich gemäß einer humboldtianischen Ästhetik bewegen. Oscar Santillán hat wiederum aus einer alten Ausgabe von Humboldts „Kosmos“ sämtliche Tinte extrahiert und daraus einen schwarzen Diamanten geformt. Das Werk weist darauf hin, wie wissenschaftliche Erkenntnisse, die Klassifizierung von Natur und das aufgezeichnete Wissen den Nährboden für neokoloniale Beziehungsgeflechte bilden und der Ausbeutung von natürlichen Ressourcen Raum schaffen.

Von Bindegeweben und Netzwerken

Die internationale Plattform für darstellende Künste Experimenta/Sur – geleitet vom kolumbianischen Theaterkollektiv Mapa Teatro – wird sich anlässlich des Jubiläums mit einer Sonderausgabe vom 1. bis 8. Mai 2019 ebenfalls zentralen Ideen des Humboldtschen Werks widmen und einen Teil der Ausstellung gestalten. Zwölf junge lateinamerikanische Künstlerinnen und Wissenschaftler sind eingeladen, sich unter dem Schlagwort „Tejidos Conectivos“ („Bindegewebe“) gemeinsam mit Humboldts Forschung auseinanderzusetzen. Ziel ist es, eine Gedankenfindungsvorrichtung zu bauen, die auf sechs „Provokationen“ zeitgenössischer Denkerinnen und Wissenschaftler basiert. Einige der eingeladenen Provokateure sind: der Musiker Stephan Micus (Palma de Mallorca), der Autor Ottmar Ette (Deutschland), die Performerin Liz Rosenfeld (Deutschland), die Performerin Naomi Gallardo (Mexiko) und der Autor Ibsen Martinez (Venezuela).

Unter dem Titel „250 Jahre Alexander von Humboldt: Kosmos oder Chaos? – Wissenschaftliche Wegbeschreibungen heute“ diskutieren rund 150 junge Wissenschaftlerinnen und ehemalige DAAD-Stipendiaten aus Lateinamerika vom 10. bis zum 12. Mai in Bogotá über den aktuellen Forschungsstand und Zukunftsperspektiven in verschiedenen Themenbereichen, die sich an den Forschungen Humboldts orientieren. Zentrale Fragestellungen sind hierbei: Wie fördert weltweite wissenschaftliche Zusammenarbeit die Friedensforschung und Konfliktbewältigung? Wie meistern Deutschland und Lateinamerika die Herausforderungen naturwissenschaftlicher Forschung? Welche Konsequenzen ergeben sich aus den wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Wissenschaft und Politik?

Die Website www.humboldtylasamericas.org informiert über die Aktivitäten rund um die Themensaison „Humboldt y las Américas“ und bietet eine Übersicht über die weiteren Veranstaltungen, die nach dem Eröffnungsfestival in ganz Lateinamerika stattfinden. So treffen im Juni 2019 in Bogotá, Mexiko-Stadt und Lima beispielsweise Game-Designerinnen, Künstler aus dem Virtual Reality-Bereich, Humboldt-Expertinnen und Wissenschaftler aufeinander, um in sogenannten „VR Jams“ virtuelle Anwendungen zu entwickeln, die zentrale Themen und Motive aus Humboldts Werk aufgreifen. Eine lokale Jury wählt abschließend bei jedem Jam die überzeugendsten Entwicklungen aus.   
 
Das Humboldtfestival in Bogotá wird vom Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum der Nationaluniversität und Mapa Teatro veranstaltet.

Kontakt

Hannah Cuvalo
Pressereferentin
Goethe-Institut
Hauptstadtbüro
Tel.: +49 30 25906 471
hannah.cuvalo@goethe.de
 
Lucía González García
Programmabteilung Kultur
Goethe-Institut Kolumbien
Tel.: +57 1 6018600 - 20
lucia.gonzalez-garcia@goethe.de
 

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