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Schreibwerkstätten für Jugendliche
Schreibwerkstatt Minsk
mit Matthias Nawrat

Die 2. Schreibwerkstatt fand in Form mehrerer Online-Treffen vom 1. bis zum 23. Mai 2020 statt. Die Teilnehmenden hatten sich im Vorfeld bereits online getroffen und Textübungen als Hausaufgaben bekommen. Sie sollten einen Text über ihr Lieblingscafé schreiben, ihre Lieblings-Märchenfigur interviewen und einen Text aus der Perspektive eines Dings/eines Geräts verfassen.

Ergebnisse der Schreibwerkstätten

2. Schreibwerkstatt mehrere Online-Treffen (1. Mai-23. Mai 2020)

2. Schreibwerkstatt mehrere Online-Treffen (1. Mai-23. Mai 2020) in Minsk© Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonav

Die Teilnehmenden hatten sich im Vorfeld bereits mit Marina Lasko zwei Mal (9. und 10. April) online getroffen und Textübungen als Hausaufgaben bekommen. Sie sollten einen Text über ihr Lieblingscafé schreiben, ihre Lieblings-Märchenfigur interviewen und einen Text aus der Perspektive eines Dings/eines Geräts verfassen. Die Texte sollten dann in einem google-docs-Dokument hochgeladen werden. In dieses Dokument sollten auch alle Texte hochgeladen werden, die die Jugendlichen in der ersten Werkstattwoche im Herbst 2019 am Goethe-Institut in Minsk geschrieben hatten.
 

Ein Problem bei diesen Online-Sitzungen zeigte sich allerdings schon zu Beginn: es nahm nur noch rund die Hälfte der ursprünglichen Teilnehmer und Teilnehmerinnen daran teil, die andere Hälfte war aus verschiedenen Gründen abgesprungen (in den meisten Fällen Zeitmangel aufgrund von schulischen Verpflichtungen.) Auf mich machte es den Eindruck, dass ein physisches Treffen in Minsk eine größere Motivation bedeutet hätte (die Schülerinnen und Schüler hätten dafür auch offiziell „schulfrei“ bekommen. Die Online-Treffen mussten sie hingegen in ihre Freizeit oder Heimarbeitszeit einbauen.) Zu diesem Zeitpunkt nahmen nur noch sechs Schülerinnen und Schüler teil. Und nicht alle von ihnen waren dazu zu bringen, ihre Texte auf google-docs hochzuladen, obwohl Marina Lasko sie mehrmals bat.
 
 
Sitzung 1
Am 1. Mai trafen wir uns in einer Zoom-Konferenz, die Sitzung dauerte zwei Stunden. Wir sprachen darüber, wie es allen in den Monaten nach unserer ersten Werkstatt ergangen war. Dann lasen die Jugendlichen ihre Übungstexte „Lieblingscafé“ und „Märchenfigur-Interview“ sowie „Ding“ vor und wir sprachen darüber. Im Anschluss stellten Marina Lasko und ich den Teilnehmenden den Plan für die geplante Online-Werkstatt vor, unsere Alternative zu der physischen Werkstatt im Goethe-Institut, bestehend aus drei weiteren Terminen am 16. (2-stündig), 21.(ganztägig) und 23. Mai (2-stündig).
 
Als Hausaugabe bis zur nächsten Sitzung am 16. Mai gaben wir den Jugendlichen zwei Aufträge:
 
Sie sollten sich aus den Texten, die sie bisher im Rahmen der Werkstatt geschrieben hatten, einen Lieblingstext aussuchen und diesen an mich schicken. Es sollte um die Frage gehen, wie man an einem Text weiterarbeiten und ihn zum Beispiel überarbeiten kann. Ich würde die Texte lesen und Rückmeldungen geben. Hier ging es auch darum, bereits Texte für eine mögliche Präsentation/Publikation vorzubereiten: sie sprachlich zu korrigieren etc.
Die Jugendlichen sollten ausgehend von einer der Geschichten, die sie im Laufe der Werkstatt geschrieben hatten, eine neue Geschichte schreiben, in der nun eine Nebenfigur aus der ersten Geschichte zur Hauptfigur wird. Hier sollte es um die Frage gehen, wie ein größeres Textprojekt wachsen kann – wie man also vorgehen kann, wenn man an einem längeren Projekt arbeitet und mehr Material „produzieren“ möchte. 

Sitzung 2
Am 16. Mai, einem Samstag, trafen wir uns für zwei Stunden in Zoom, um die eingeschickten Texte zu besprechen. Die Sitzung dauerte zwei Stunden, die Jugendlichen lasen jeweils ihren Text vor.
 
Als Hausaufgabe bis zur nächsten Sitzung sollten die Jugendlichen mir jeweils ein Gedicht schicken, das sie im Laufe der bisherigen Werkstatt geschrieben hatten. Ich wollte auf diese Weise sicherstellen, dass wir am Ende wenigsten von jedem Teilnehmenden einen Prosatext UND ein Gedicht haben, die als Ergebnis der Werkstatt dienen können.
 
Marina Lasko hatte in der Zwischenzeit aufgrund unseres Schwunds an Teilnehmer*innen eine weitere Jugendliche aus dem Bewerber*innen-Pool vom Sommer 2019 in unsere Gruppe aufgenommen.
 
In der Woche nach dem 16. Mai lektorierte ich die Prosa-Texte, die die Jugendlichen an mich eine Woche zuvor geschickt hatten und schickte diese an die Jugendlichen mit meinen Anmerkungen und Veränderungsvorschlägen zurück. Die Jugendlichen sollten dann ihre endgültige Version dieser Texte sowie das erwähnte Gedicht auf die moodle-Plattform auf der Homepage des Goethe-Instituts hochladen.
 
Sitzung 3
Der 21. Mai war unser Hauptwerkstatttag. Die Sitzung sollte von 10 bis 17 Uhr dauern. Der Tagesablauf sah wie folgt aus:
 
  1. Kurze Aufwärmübung: die Jugendlichen schrieben eine erfundene Geschichte mit dem Titel: „Was heute beim Frühstück passiert ist“
  2. Einführung in die Technik „Show, don`t tell“ anhand von kurzen, von mir geschriebenen Szenen, die in zwei Varianten vorlagen. Die Jugendlichen sollten entscheiden, welche Variante sie besser finden und warum. Hier ging es um den Unterschied zwischen „behauptenden“ und „zeigenden“ Sätzen (Zum Beispiel „Ich betrat das Café“ contra „Die Glocke über mir schellte, am Fenstertisch saß eine alte Frau vor einer dampfenden Tasse.“)
  3. Die Jugendlichen sollten ihren am Morgen geschriebenen Übungstext „Was heute beim Frühstück passiert ist“ nun mit Hilfe der Technik „show, don`t tell“ überarbeiten. Sie sollten Satz für Satz entscheiden, ob eine allgemeine behauptende Aussage so mit Hilfe von „zeigenden“ Details umgeschrieben werden kann und wie das den Text verändert.
  4. Arbeit in Zweiergruppen: Marina Lasko öffnete mehrere Zoom-Räume mit jeweils zwei Teilnehmenden. Sie sollten sich dort die jetzt überarbeiteten Texte gegenseitig vorlesen und diese diskutieren.
  5. Besprechung der Erkenntnisse aus diesen Paardiskussionen in der Gesamtgruppe
  6. Mittagspause
  7. Theorie: Was ist „Perspektive“? Was verändert sich in einem Text, wenn er nicht durch die Augen der einen Figur, sondern durch die Augen einer anderen Figur erzählt wird? Was passiert, wenn man vom Ich in die dritte Person wechselt? Etc.
  8. Übung zum Thema Perspektive: Die Jugendlichen schrieben ein Gedicht aus der Perspektive ihrer Wohnung. Anschließend sollten sie die Texte auf die moodle-Plattform stellen.
  9. Übung zum Thema „Texte gegenlesen und kommentieren“: Die Jugendlichen bildeten drei Gruppen mit zwei bis drei Personen und lasen die Gedichte „aus der Perspektive ihrer Wohnung“ der jeweils anderen in der Gruppe. Anschließend sprachen sie darüber und kommentierten gegenseitig. Sie luden ihre Gedichte in moodle hoch. Am Ende schrieben sie auf moodle kurze Kommentare zu den Gedichten aus den anderen Gruppen.
  10. Zum Abschluss: Vorbereitung der Textpräsentation in der Abschlusssitzung am 23. Mai. Marina Lasko und ich zeigten den Jugendlichen fünf kurze Videos auf Youtube, in denen unterschiedliche Typen von Lesungen deutschsprachiger Dichter*innen zu sehen waren. Von der klassischen „Wasserglaslesung“, über eine szenische Lesung mit fünf Lesenden bis zu einer stark performativen oder mit Musik unterstützten Lesung konnten die Jugendlichen sich einen Eindruck davon machen, was möglich ist, wenn man einen Text vorträgt. Wir gaben den Jugendlichen als Hausaufgabe auf, sich den Text für ihre Lesung auszusuchen, sich Gedanken über die Präsentation zu machen und diese dann zu Hause bis Samstag zu üben. 
 
Sitzung 4
Am 23. Mai, einem Samstag, fand um 17 Uhr eine kleine Abschluss-Lesung in Zoom statt. Da wir unser ursprüngliches Vorhaben einer Abschluss-Lesung im Goethe-Institut in Minsk leider nicht durchführen konnten, hatten wir beschlossen, wenigstens eine Online-Lesung zu veranstalten. Alle Jugendlichen hatten sich einen Text ausgesucht und dessen Präsentation zu Hause als Hausaufgabe geübt. Die Präsentationen unterschieden sich, alle Jugendlichen hatten sich gut vorbereitet und sich Gedanken zur Intonation gemacht. Eine Jugendliche arbeitete sogar mit Musik.
 
Fazit
Das Format der Online-Werkstatt, auf das wir aufgrund der Covid-19-Pandemie und deren Folgen ausweichen mussten, hat für mein Gefühl den Umständen entsprechend gut funktioniert. Dank der technischen Genialität Marina Laskos waren wir in der Lage, mit den Jugendlichen über ihre Texte zu kommunizieren und diese an ihren Texten sowohl einzeln, als auch in Gruppen unterschiedlicher Größe arbeiten zu lassen. Waren die Jugendlichen einmal online anwesend, arbeiteten sie gut mit und beteiligten sich gut am Gespräch. Sie schrieben auch weiterhin tolle Texte, wenn man die Sprachhürde mitbedenkt.

Das Hauptproblem bestand allerdings darin, dass durch das Wegfallen der körperlichen Präsenz und einer „realen“ Gruppensituation an einem realen Ort (auch beispielsweise mit gemeinsamen Pausen, in denen man sich etwas privater austauschen kann, oder mit dem Einnehmen gemeinsamer Mahlzeiten etc.) die Intensität des Austauschs natürlich wesentlich geringer war als in der Werkstattwoche im Herbst 2019. Das führte meiner Meinung nach zu einem Nachlassen der Motivation der Jugendlichen (oder zumindest einiger von ihnen) einerseits, andererseits aber auch zu einer größeren Selbstständigkeit derjenigen, die noch dabeiblieben. Ein Schüler zum Beispiel, den ich in der Herbstwoche als eher wortkarg und unsicher erlebt hatte, weil er sprachlich zu den Schwächeren zählte, reichte nun einen der längsten und interessantesten Texte ein. Er hatte offenbar zu Hause länger daran gearbeitet, wofür er zwischen den einzelnen Terminen Zeit gehabt hatte. Das wäre bei zwei gebündelten Tagen im Goethe-Institut sicher nicht möglich gewesen. Man kann sagen, dass die Kerngruppe, die am Ende übrig war (6 Leute plus die zusätzliche Schülerin, die wir am Ende noch hinzunahmen) intensiv gearbeitet hat und auch Fortschritte gemacht hat (ich bilde mir ein, dass die Jugendlichen ihren jeweils eigenen Stil herausgearbeitet hatten, oder zumindest erste Ansätze zu einem eigenen Stil.) Aber es ist natürlich sehr schade, dass sechs andere Jugendliche einfach nicht mehr dabei waren, obwohl Marina Lasko alles versucht hatte, sie zu motivieren.

Wenn man mich nun fragen würde, ob in Zukunft reine Online-Werkstätten zu befürworten wären, so muss ich das mit nein beantworten. Eine reale Präsenz und ein reales Zusammentreffen halte ich für die Arbeit an so etwas persönlichem wie literarischen Texten für unabdingbar. Aber als ein zusätzliches Element zu einer realen Werkstatt, beispielsweise für Treffen zwischen zwei Werkstatt-Blöcken könnte dieses Verfahren durchaus fruchtbar und für einige Schüler*innen sogar hilfreich sein. Im Anschluss noch ein paar Beispiele für Texte, die in oder zwischen den Online-Werkstätten entstanden sind. Ich hänge sie zum Teil ohne Lektorat an, damit man nicht vergisst, dass Deutsch für die Jugendlichen eine Fremdsprache ist:
 
 
„Dieses Tierleben“ 
Heute morgen war es in der Küche ganz ruhig und still. Überall herrschte der Geruch des gebratenen Lachses. Unser kleines Kätzchen lag neben uns und hat ruhig harmlos geschlafen. Und eine Weile später hat das Kätzchen eine gemeine Fliege mit ihrem Geschwirr geweckt. Durch den neu erfundenen Katzendenkenleser erfuhr ich, dass Fliege und Kätzchen in ihrer Tierwelt gestritten haben, wer das leckerste Frühstück hat. Dann hat unser bisher nettes und stilles Kätzchen, das, wahrscheinlich, gewinnen wollte, meinen Fisch gestohlen und ist schnell weggelaufen! Im nächsten Augenblick war nur das Rumpeln des Bauches des Kätzchens zu hören. "Der unstrittende Gewinner bin ich!" - schrieb der Katzendenkenleser Gedanken unseres Kätzchens.Wie ihr verstanden habt, diente heute mein Mittagessen als Frühstück auch... P.S. Bitte, nicht aufregen. Das Kätzchen ist ungestraft geblieben.

Text Polina Michajlowa (Übung: Was beim Frühstück passiert ist“)
 
«Auf der Suche nach Glück»
Der Frühling. Ein früher, milder und zärtlicher Frühling mit hellen Farben, mit einem blauen, heiteren Himmel, mit den ersten Schneeglöckchen und einer Biene, die friedlich auf dem Fensterbrett schläft; mit der erfrischenden Kühle des Waldes nach dem Regen, mit unglaublichen Träumen und reinen Gedanken. Jedes Jahr ist der Frühling so anders, wieder neu und aufregend. Der Frühling ist das erste Kapitel des Lieblingsbuches, der erste komponierte Walzer, eine Tasse grünen Tees zum Frühstück, gelb-orange-rote Fruchtbonbons aus einem kleinen Laden unweit des Hauses. Der Frühling ist die beste Zeit, um etwas Neues zu probieren, etwas Schönes zu kreieren, um das Leben zu verändern. Jeder Frühling bringt nur gute Veränderungen mit. So ist es auch Sarah passiert.

Helle gelockte Haare fallen über die Schultern, blaue Augen schauen in die Ferne. Sarah möchte den Sonnenaufgang beobachten, weil die ersten Sonnenstrahlen für sie etwas ganz Besonderes bedeuten, etwas, das verspricht: alles wird unbedingt gut. 

Heute scheint die grüne Veranda des Hauses besonders einsam zu sein. Sarah sitzt und beobachtet nachdenklich so unterschiedliche, sich ewig bewegende Wolken. Die Tasse mit Tee, die sie fest in den Händen hält, ist schon kalt. Aber Sarah merkt das nicht, weil sie in tiefes Nachdenken versunken ist. Die alte Uhr, ein altes Geschenk ihres Opas, schlägt sechs. 

Plötzlich fällt Sarah ein wichtiger Gedanke ein: «Es gibt so viele Menschen auf dem Planeten, aber so wenige Menschen, die uns verstehen können: uns, unsere Träume, unsere innere Welt. Warum versteht mich niemand? »

Dieses Gefühl muss nicht erklärt werden. Man braucht keine dicken Bücher, wissenschaftlichen Artikel und Meinungen, um das zu erklären. Einsamkeit ist kein Mangel an Freunden, kein langweiliger Alltag in einem leeren Haus. Es ist ein tiefes, inneres Erlebnis. Ist ein Mensch, der von Menschen umgeben ist, wirklich immer glücklich? Der Mensch braucht nicht einfach einen Menschen, sondern einen Seelenverwandten. 

Ein neuer Computer kann eine menschliche Seele nicht wärmen, ein modernes Auto und eine riesige teure Wohnung können das auch nicht. Nur eine Seele und volles Verständnis können eine andere Seele wärmen. Und erst wenn man eine solche Seele gefunden hat, ist man wirklich glücklich. 

Von Kindheit an fühlte sich Sarah einsam, aber ändert das etwas? Natürlich war es in der frühen Kindheit kompliziert: gleich nach der Schule lief Sarah nach Hause, setzte sich gemütlich aufs Fensterbrett und las ihre Lieblingsbücher, las sehr viel... 
***
  • Sie ignorieren mich, Vater! Was mache ich falsch? Ich möchte auch mit ihnen spielen,- fragte die kleine Sarah ihren Vater unter Tränen. 
  • Vergiss nicht, dass es immer einfacher ist, wie alle zu sein. Aber nur du bist du, Sarah. Leider habe ich das für mich selbst zu spät verstanden. Schau mal, das ist ein Maikäfer: so ein kleiner und harmloser. Er beeilt sich…-antwortete nachdenklich ihr Vater.
  • Es wäre so toll zu wissen, wohin er fliegt…- lächelte Sarah. 
***
Viele Jahre später lernte Sarah, diese Einsamkeit zu genießen, sich selbst treu zu bleiben. Heute hat sie sich dafür entschieden, alles zu verändern. 

Sarah zieht ihren weißen Pullover an, nimmt den bunten Regenschirm mit und zieht von zu Hause weg. Sie beeilt sich… Sie geht an einen Ort, an dem sie jederzeit Ruhe, Unterstützung und Inspiration finden kann. 
Früher konnte sie mit dem Vater die ganze Zeit am Ufer des großen Sees verbringen. In der Nähe des großen Sees erhebt sich ein großer geheimnisvoller Wald. Es scheint, dass die Natur hier ihre eigenen Gesetze hat. Man spürt angenehme Feuchtigkeit nach dem Regen und fühlt sich frei.

«In Harmonie mit der Natur»- das kann nicht anders genannt werden. Hier erinnert sich Sarah an die besten und glücklichsten Momente ihrer Kindheit. Alles ist wie gestern, obwohl viel Zeit vergangen ist. Sarah weiß, dass sie immer an diesen Ort zurückkehren kann. Hier tankt sie Energie und innere Kräfte. 

Was ist denn das? So viele Geräusche umgeben Sarah in diesem Moment. Aber Sarah ist sicher, dass sie etwas Bestimmtes gehört hat - es wimmert irgendwo ein kleines Tierchen. Aber wo? Im kalten nassen Gras liegt ein kleiner weißer Hund, der vor Kälte zittert. 
  • Zu wem gehörst du? -fragt Sarah leise, um ihn nicht zu erschrecken - Ich denke, dass wir jetzt Freunde sind. Vielleicht nenne ich dich Sam. Ja, prima! 
Sam sieht noch unsicher, aber so glücklich aus. So steht Sarah am Ufer des großen Sees und hält zärtlich ihren neuen Freund in den Armen. Alles wird unbedingt gut - das weiß Sarah jetzt genau.

Text Irina Schejbak

 
«Die falsche Rolle»
Sein ganzes Leben wartete er auf etwas: 
Zuerst im Kindergarten auf die Mutter,
auf einen gelben Schmetterling im dichten Gras,
auf goldenen Sonnenaufgang hier, am hohen Ufer...
 
Auf baldige Genesung lieber Oma, 
auf Märchen, die sie stundenlang erzählt,
dann im Diktat auf nächstes Komma 
und dann - auf erstes, selbst verdienstes Geld!
 
Die Eltern wiederholten wie ein Mantra:
-Ein talentierter Fußballspieler? Oh, nein, nein…
Du wirst der erfolgreichste Schauspieler,
das sage ich dir heute letztes Mal!
 
So lebte er, bewahrte seinen Traum
Und schützte ihn «vor Kälte und Gewitter».
Die Zeit lief schnell, er merkte es gar nicht:
ein nasser Herbst, wieder ein bitterkalter Winter…
 
Oh! Endlich steht er auf der Bühne, 
Er ist begabt, viel Beifall, bunte Blumen, 
Ihm fällt ein wichtiger Gedanke plötzlich ein:
 «Was ist das Leben? Wie ist meine Berufung? Das ist nicht meine Rolle, oh, nein, nein…»

 
„Frühling“
In unserem Garten ist alles geändert
Der Winter hat über den Frühling geärgert:
Der Frühling ist da und in seiner Beherrschung
Ist alles, was er um sich sieht.
Die Wiesen und Felde sind voll Löwenzähne,
Die jetzt mehr als Augen aussehen.
Die Jugend läuft hier
Durch die voll Grüne Wälder,
in denen Versteckspiel passiert.
Früh Morgen, wenn alle noch schlafen,
Die Sonne nur faul und langsam aufwacht.
Die Hähne beginnen allen zu wecken,
so laut und so stark sind ihre Stimme,
dass niemand vergisst diesen Schrei.
Und andere Vögel singen schon wieder,
deswegen stehen die Schüler auch auf.
Ihr langsames Plaudern und leichte Klamotten
Versprechen besonderen Tag.
 
Text Mascha Kozhushko
 
 
„Sechszehn Jahre“
 
Teil 1.
          Es ist lange her…
 
          An diesem Tag (oder genauer gesagt den ganzen Juli über) war es in der Stadt N. sehr warm. Es war trocken. Man konnte denken, dass bei den Vögeln die Kehle ausgetrocknet war, weswegen ihr Singen unnatürlich klang.
          Mein Freund und ich gingen durch die Stadt N. spazieren und sprachen über seine und meine Probleme. 
“Jetzt ist das Hauptproblem, nicht wie gebratene Enten zu sein.”
“Ich stimme zu. Aber was sagst du, wenn wir wie diese Riegel aussehen?”
 Mein Freund Tamir schaute durch das Schaufenster eines Kiosks und antwortete: “Diese Riegel er­innern mich an die Schule…”
“Wir wollen nicht von Traurigem reden!”
“Okay.”
“Also, ich will mich entspannen. Wollen wir uns irgendwo hinsetzen?”
“Ok.”
Wir setzten uns hin.
“Ich kenne deine nächste Antwort!” sagte ich und lachte.
“So, worüber sprechen wir?”
“Über dein Leben.”
“Ach so, ich bin so vergesslich!...”
“Wie lange kennst du sie schon?”
Eine kleine Pause.
“Fast einen Monat.” Sagte er leiser.
“Weiß sie das?”  
“Nein.” sagte Tamir. “Aber… nein!”
“Und dein Verhalten?”
“Alex, es ist schwer zu sagen.”
“Ja… Mädchen sind Lebewesen aus Nektar, die mit einer dicken Schale geschmie­det sind.”
“Vielleicht. Aber sie ist nicht so.”
Ich sah ihn schweigend an, dann guckte ich zur hellen Sonne hinauf, die wegen der Lindenkrone kaum zu sehen war.
“Sie ist … wie ein Wind im Frühling, der alle fasziniert. Oder nur mich…”
Tamir ist mein Freund, den ich seit mehr als zehn Jahre kenne. Er scherzt und lacht gern, außerdem spielte er Saxophon. Vergleichen mit ihm bin ich nicht so lustig, ich höre den Men­schen lieber zu, anstatt etwas zu erzählen. Tamir und ich sind in der gleichen Klasse. Er war sogar wie ein Clown, als unsere Schulkamera­den das Ende des Schuljahres gefeiert haben. Aber Tamir kennt Marge­rite noch nicht so lange. Ich habe sie nur einmal gesehen, aber das hält mich nicht davon ab, irgendwelche Schlussfol­gerungen über sie zu ziehen.
“Wie hast du sie kennengelernt?”
“Willst du das wirklich hören?”
“Ja.” antwortete ich ernst.
“Es war Ende Juni… Ich ging wie gewöhnlich zu dem Fluss S. Du weißt ja, dass ich dort immer hingehe.”
“Natürlich.”
“Also, es war Abend, Sonnenuntergang… Ich sitze am Ufer. Und unerwartet schließt mir jemand von hinten die Augen. Ich spürte weiche und warme Hände. Ich saß ein paar Sekunden lang regungslos da. Meine Hände lagen auf dem Boden. Dann hebe ich eine Hand langsam hoch und gebe mir Mühe die Person zu ertasten. Zuerst ihr Rücken, danach ein kleiner Bauch. Sie leistete keinen Widerstand… Ich berührte ihre Hände. Jetzt schienen sie noch wärmer zu sein. Ich öffnete die Augen… Sie hat einen kleinen Bauch und offene braune Augen. “Wer hat solche weichen und warmen Hände?” fragte ich. “Mein Name ist Margerite, ich wohne neben dir.” “Wo?!” “Im Haus deinem gegenüber.” “Ich habe dich bisher nie gesehen.” “Ja, ich bin neulich mit meiner Tante umgezogen. Meine Eltern sind tödlich verunglückt…”…”
“Und was war weiter, Tamir?” fragte ich ungeduldig.
“Fast nichts…” sagte er kalt. “Eine Woche später stellte ich sie dir vor.”
“Ich erinnere mich…”
Um uns wehte plötzlich eine kühle Brise.
“Nach einer Woche stellte sie mir … Andrea vor”, sagte Tamir.
“Wer ist dieser Andrea?”
“Er war ihr Geliebter… Es war bitter…”
Ich versuchte ihn zu verstehen und zu helfen:
“Kann sein, du brauchst sie nicht.”
“Nein. Ich liebe sie und will, dass sie mich auch …“Und zuletzt fragte sie: “Wollen wir Freunde bleiben?”. Willst du das?”“Mein Leben ist kaputt… Ich bin allein.”
“Sag mal, falls sie sich mit Andrea streiten  würde, wärest du glücklich?”
“Eine dumme Frage. Natürlich, ja.”
“Gut. Brauchst du sie wirklich als Geliebte? Man kann einfach Freunde sein.”
“Wir können keine Freunde sein! Alles oder nichts!”
“Sag ihr, dass du sie liebst, Tamir!”
“Ich habe es bereits versucht, Alex… Aber … ich konnte nicht. Es ist sehr schwer…”
“Auf jeden Fall hast du Freunde, du hast mich.”
“Die Freunde sind gut, aber sie … Und wenn sie “nein” sagt?”
“Versuche es zu akzeptieren. Ich verstehe, dass das schwer ist. Jetzt oder nie!”
Tamir sitzt wie ein Toter.
“Schau. Hier ist sie.” sagte ich leise zu ihm. 
Tamir hob den Kopf. Sie war mit Andrea zusammen. Sie küssten sich.
Tamir stand auf.
“Gehen wir weg!” sagte er. “Was sollen wir da machen? Sie ist nicht für mich…”
“Gut.”
Wir gingen weiter durch den Park spazieren…
 
Teil 2.
Es ist halb drei Uhr am Morgen. Ein Telefonanruf. In den ersten 10 Sekunden liege ich unbeweglich. Dann versuche ich, die Ohren mit einem Kissen zu zustopfen. Das Telefon scheint verstummt zu sein. Ich beginne, wieder einzuschlafen. Aber nein. Wieder ein Anruf.
“Hallo…” sage ich mit geschlossenen Augen.
“Hallo, Alex! Hier ist Tamir.”
Mein Kopf begann sofort zu arbeiten und aufzuwachen.
“Hallo, Tamir! Ich habe einfach geschlafen.”
“Verstehe…”
Ich bin ein Kind in der Familie und darum habe ich mein persönliches Zimmer. Plötzlich ein Rumpeln. Am ehesten kam es aus dem Schaf oder dem Wohnzimmer, aber ich wusste es nicht genau, weil die Tür meines Zimmers geschlossen war.
“Was ist passiert?” fragte Tamir.
“Es ist mir wurst… Vielleicht machen meine Eltern etwas.”
“So spät?! Es ist jetzt 4 Uhr in der Nacht!”
“Mir ist das wurst. Ich schlafe”, wiederholte ich.
“Ja, du schläfst und redest mit mir. Die Welt ist voller Wunder!”
“Diesen Anruf träumt er. He-he…Was wolltest du?”
“Also. Vor circa 6 Minuten hat mich Margerite angeru­fen…”
“Und?”
“Sie hat weinte und sagte, dass Andrea sich von ihr trennen könnte.”
“Und was hast du gemacht?”
“Ich habe gesagt, dass er das könnte. Ja, ich weiß, dass es teilweise eine Lüge ist, ich weiß nichts über Andrea.”
“Außer den Namen.”
“Fast nur den Namen. Aber ich wollte sie glauben machen, dass Andrea und sie kein Paar mehr sind.”
“Ist es Rache?”
“Ich will, dass ihr so zumute ist wie mir.”
“Hasst du sie, ja?”
“Ja und nein. Ich liebe sie noch, aber ich will, dass sie mich liebt.”
“Nein. Du liebst sie nicht.”
“Doch! Ich liebe sie sehr.”
“Tamir, sag mir bitte, kannst zum Beispiel dein Vati deine Mutti etwas Böse wol­len?”
“Nein.”
“Warum nicht? Weil er sie liebt. Du liebst Margerite nicht.”
“Es ist schwer zu verstehen, aber ich liebe und hasse sie gleichzeitig.”
“Das ist ungut. Du liebst oder du liebst nicht.”
“Ich bin müde jetzt. Und ich will schlafen, aber ich kann nicht. Hilf mir!”
“Gut. Schließ deine Augen… Und dann sag bitte, was siehst du?”
“Sie… und mich… Aber nicht zusammen. Es gibt Andrea zwischen uns.” In seiner Stimme spürte man die Unzufriedenheit.
“Ich verstehe.”
In diesem Moment ist Mama ins Zimmer getreten.
“Schläfst du?”
Vor ein paar Jahren konnte ich angesichts ihrer zarten Stimme nicht lügen, jetzt konnte ich aber schlau sein und diese naive Frau betrügen.
“Nein. Ich telefoniere nur mit Tamir.”
“Ok. Du musst trotzdem nicht in die Schule. Morgen, übermorgen…”
“Und überübermorgen.”
“Du bist ein kluger Sohn. Du bist mir ähnlich. Dein Vati hat aus Versehen die Vase zufällig fallen lassen.” sagte Mama. “Ja, Schatz?”
“Natürlich!” antwortete mein Vater schnell, angeblich hat er kein einziges Wort meiner ruhi­gen Mutter gehört. “Also. Ich bin schon bereit!”
“Ich gehe schon, Mark (das heißt mein Vati)! Also, gute Nacht, Alex!”
Diesmal habe ich nichts geantwortet.
“Hallo, Tamir! Bist du noch hier?”
Der Anruf war noch aktiv, aber wie ich feststellte, hatte Tamir es geschafft, einzuschla­fen…
 
Teil 3.
Es war etwa eine Woche später. Tamir und ich hatten uns kaum gesehen. Ich warte darauf, dass er sich meldet, und er wartete darauf, dass ich mich melde. Eine komi­sche Situation. Ich habe sitze beim Mittagessen. Und da kommt endlich ein Anruf… Wir haben uns verabredet, uns in einer halben Stunde vor seinem Haus zu treffen.
“Hallo!”
“Sag besser “Guten Tag””, sagte Tamir und klopfte mir auf die Schulter.
“Warum treffen wir uns gerade hier?”
“Sie sagte, dass wir uns hier treffen müssen.”
“Sie …”
“Ja, genau.”
“Okay.”
Wir warteten 40 Minuten. Wir waren darüber erstaunt, aber sie kam tatsächlich.
“Hallo, Margerite!”
“Hallo, wer ist das?”, fragte sie. 
“Mein Freund. Sein Name ist Alex.”
“Hallo, Alex! Das ist Andrea.”
“Hallo allen!” sagte Andrea trocken.
“Hallo” sagte ich.
“Andrea, ich möchte gern ein Eis! Geh mit Alex in ein Café, dass hier gleich in der Nähe ist! Kaufe 4 Eis.”
“Ok. Wird gemacht.”
Andrea und ich gingen zum Café.
…Als wir zurück sind, sehen wir, dass sie einfach sitzen. Oder nicht so ein­fach: sie sitzen mit geschlossenen Augen. Jetzt schien Margerites Gesicht noch weiblicher zu sein als zuvor.
“Da ist Euer Eis.”
“Danke schön!”, antwortete Tamir und nahm seines entgegen.
Wir alle haben noch lange gesprochen und nicht bemerkt, wie der Sonnenunter­gang kam.
“Ich muss nach Hause gehen”, sagte Margerite. Wir gingen alle nach Hause, ohne die Natur bewundert zu haben.
Solche Treffen gab es noch ein paar Mal…
Dann hörte alles auf…
 
Margerite zog einen Monat später um und Andrea blieb zurück.
 
Jetzt sind Tamir und ich Erwachsene. Ich bin siebenundvierzig Jahre alt, Tamir ist achtundvierzig. Wir sind beide verheiratet. Aber wir erinnern uns an diese Zeit und diese Gefühle, die wir mit sechzehn Jahren empfanden.

Text Matwej Zorka
 

 
 
 

1. Schreibwerkstatt vom 17.-18.10.2019

  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Matthias Nawrat, Marina Losko, Jakob Racek (Leiter des Goethe-Instituts Belarus in Minsk), Alexander Nasartschuk (Leiter Information & Bibliothek des Goethe-Instituts Belarus in Minsk) und Werkstatt-Teilnehmer*innen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Arbeitsmaterial
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Autor Matthias Nawrat
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmerinnen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Projektassistentin Marina Losko und Teilnehmer*innen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmerinnen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Gruppenübung
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Ideenfindung
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Belarus / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmer*innen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Minsk / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmer*innen mit Matthias Nawrat und Marina Losko
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Minsk / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmerinnen
  • Schreibwerkstatt in Minsk © Goethe-Institut Minsk / Viktoryia Kharytonava
    Teilnehmer*innen mit Matthias Nawrat und Marina Losko

Am 17. und 18. Oktober 2019 fand die erste Hälfte des Weltenschreiber-Workshops im Goethe-Institut Minsk statt. Die zwölf teilnehmenden Jugendlichen aus Schulen in Minsk und anderen Städten in Weißrussland waren zwischen 14 und 17 Jahre alt und verfügten größtenteils über ein gutes Deutsch-Niveau.

Am Ende des zweiten Tages hatten die Jugendlichen bereits einige wirklich interessante literarische Kurztexte geschrieben. Von Gedichten über Mini-Geschichten bis hin zur literarischen Auseinandersetzung mit einer real beobachteten Person existieren nun schon ein paar gute Beispiele für ihre Kreativität. Ich hatte am Ende das Gefühl, dass die Jugendlichen sehr dankbar sind für die Möglichkeit, Deutsch zu üben und Techniken des literarischen Schreibens zu erlernen.

Außerdem sagten die meisten von ihnen in einer Abschlussrunde, dass sie sich sehr freuen, Gleichgesinnte kennengelernt zu haben. Für die nächsten zwei Werkstatttermine (oder, falls nur einer stattfinden kann, für den nächsten) wollen Marina Losko und ich nun erstens mit den Jugendlichen weiter verschiedene literarische Gattungen und Formen üben, zweitens sie allmählich an das Überarbeiten von Texten heranführen und überhaupt darüber sprechen, wie viel man an einem Text ändern kann, ohne dass er seinen Charakter verliert, und drittens auch noch mehr die Stadt zum Thema der Texte machen.

Als Hausaufgabe bis zum nächsten Mal habe ich den Jugendlichen aufgegeben, eine Geschichte zu schreiben, die an ihrem Lieblingsort in ihrer Stadt spielt. Außerdem soll bis zum nächsten Termin ein Instagram-Profil mit kleinen Texten bespielt werden, wobei jede Woche ein anderer Jugendlicher, eine andere Jugendliche für die Seite zuständig ist. Marina Losko plant außerdem ein Treffen noch vor dem nächsten Werkstatttermin mit allen Teilnehmenden im Goethe-Institut, bei dem eventuell auch weißrussische Autor*innen als Gäste zugegen sein werden. Für mich persönlich war die Werkstatt ein voller Erfolg, ich hatte gar nicht erwartet, dass das Niveau der Texte so gut und die Motivation und Begeisterung der Jugendlichen so groß sein würden. Ich bin sehr gespannt, was uns beim nächsten Mal erwartet.

Was mich am Weltenschreiber-Projekt interessiert

​SVETLANA ZYKOVA (LEHRERIN)

„Ich habe ein großes Interesse daran, welche Sprachkompetenzen, die über Grammatik, Vokabular und Aussprache hinausgehen, meine Schülerinnen im Rahmen des Projektes lernen können. ich hoffe, dass das Projekt ihre literarischen und künstlerischen Talente fördert, ihr Sprachbewusstsein entwickelt und ihre individuelle Ausdrucksfähigkeit ins Licht rückt.“

Halina Liudvikevich (lehrerin)

„Ich meine, dass meine Schülerin Glück gehabt hat, an diesem Projekt teilzunehmen. Nach meiner Ansicht hat sie genug Fähigkeiten, um Siegerin zu werden. Ich bin sehr froh, dass sie dank dem Projekt die Möglichkeit hat, sich weiter zu entwickeln, ihr Deutsch zu vertiefen, die Kontakte mit den Muttersprachlern zu knüpfen und ihr Schreibtalent und Kreativität zu präsentieren.“

Natalija Arechovskaja (LEHRERIN)

„Das ist eine gute Möglichkeit für die Entwicklung der Kinder. Das Projekt  motiviert dazu sich neue Kenntnisse anzueignen und das Interesse an der Sprache zu steigern.“

Teilnehmer*innen

„Ich möchte jetzt kleine Sammlung von Geschichten aus Alltag jeden Schüler schreiben. Ich hoffe, dass jeder Schüler in diesen Geschichten sich selbst findet und Lösung seiner Probleme bekommt.“
Maria Kozhuschko, 14 Jahre 

„Ich möchte sehr gerne über meine Heimat, wo ich geboren bin, gute Erzählungen und Märchen schreiben, damit viele Leute meine „Bücher“ lesen könnten und wollten und über meine Heimat mehr erfahren könnten.“
Palina Baihot, 15 Jahre 

Neue Technicken lernen und gute Geschichte schreiben
Anna Gurinovich, 14 Jahre 

„Mit meinen Gedichten und Geschichten möchte ich andere Menschen inspirieren, unterhalten, motivieren, zum Nachdenken und guten Taten anregen.“
Irina Schejbak, 14 Jahre 

„Ich möchte gern schöne Gedichte über Liebe schreiben, denn dieses Thema ist heute für mich zu wichtig und Geschichten, die viele aktuellen Situationen haben.“
Zorka Matwej, 14 Jahre

„Ich möchte ein Werk schreiben, in dem jeder etwas Einzigartiges für sich finden wird. Noch werden die Leute einige Schlussfolgerungen für sich ziehen.
Höchstwahrscheinlich wird es eine mittelgroße Geschichte sein.“

Hanna Hlukhatarenka,16 Jahre 

„Ich habe an viele Schreibstile Interesse, deshalb möchte ich sowohl eine Gedichtsammlung, als auch eine Reihe von kleinen spannenden Geschichten schaffen.“
Polina Michajlowa, 15 Jahre 

„Ich bin eine schöpferische Person. Ich lese und schreibe die Texte sehr gern, spiele im Schultheater, tanze und singe. Dieses Projekt ist eine gute Möglichkeit, die Texte besser schreiben zu lernen.“
Alexander Byltschinskii, 15 Jahre 

„Ich interessiere mich für die Literatur, das Theater, die Kunst. Ich liebe spannende Geschichten zu schreiben. Ich möchte als Journalist arbeiten. Und dieses Projekt gibt eine einzigartige Gelegenheit mit einem echten Schriftsteller zu arbeiten.“
Yuliya Radyuk, 15 Jahre 
 

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