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Inklusion in der Kultur
Für eine Welt, die uns weniger behindert

Alice Hu und Zenghui Zhang in der Performance „Midnight Movie“ unter der Regie von Xiao Liu im Theatre YOUNG im Rahmen des DAWA-Festivals in Shanghai 2022.
Foto (Ausschnitt): Zheng Yang © Goethe-Institut Shanghai

Kunst und Kultur besitzen nicht nur die Fähigkeit, unsere vielfältige Gesellschaft abzubilden, sondern inspirieren auch dazu, sie inklusiv zu gestalten.

Gathering in a Better World

„Meine Arbeit begann als Antwort auf mein Tourette-Syndrom. Viele Menschen verstehen Behinderung nicht. Sie glauben, dass du behindert bist, weil dein Körper oder Geist beeinträchtigt ist. Was mich behindert macht, ist das Versagen dieser Welt, die Vielfältigkeit von Körper und Geist anzunehmen. Ich bin nicht daran interessiert, Bewusstsein für eine Krankheit oder eine bestimmte Art zu leben zu schaffen. Ich bin daran interessiert, eine Welt zu schaffen, die weniger behindert.“ (Jess Thom, Touretteshero)

„Unser Ziel ist es, die Kunst zu einem Ort für alle zu machen, um eine bessere Welt zu schaffen, in der wir Unterschiede anerkennen und feiern“, Camila Barrios, Kuratoren-Team
“Jeder von uns hat etwas anderes aus dem Workshop mitgenommen. Während des symbiotischen Tanzes konnte ich zum Beispiel meinen eigenen Körper wiederentdecken und mich mit ihm verbinden. Es war wie eine kleine Welt, die es mir ermöglicht, eine bessere Verbindung mit meinem eigenen Körper aufzubauen und die Verbindungen zwischen verschiedenen Menschen im Tanzprozess zu spüren.” (Huiheng Su, Mistakable Symbiotic Dance Troupe)
“Ich habe in meiner Karriere noch nie etwas so Erstaunliches gemacht. In A Gathering arbeite ich mit unglaublichen Künstler*innen zusammen. Ich gehe zurück in die Vergangenheit, um ihre Geschichten und die Arbeit, die sie leisten, wiederzugewinnen. Ich bin an einem Gespräch interessiert, das über Inklusion hinausgeht. Es geht darum, wie wir uns gegenseitig die Menschlichkeit zurückgeben können.” (Calvin Ratladi, Kurator von „Gathering in a Better World“ Johannesburg)

„Gathering in a Better World“ verbindet weltweit Künstler*innen, die mit Behinderungen leben, und schafft an unterschiedlichen Orten einen Raum zum gemeinsamen Erträumen und Ausprobieren einer besseren Welt. Das internationale Projekt ist als experimenteller, performativer, inklusiver und spielerischer Raum für den Austausch zwischen Künstler*innen und Denker*innen konzipiert, die sich auf internationaler Ebene mit sozialer Gerechtigkeit und Behinderung beschäftigen.
„Gathering in a Better World“ wurde gemeinsam vom Festival Theaterformen und dem Goethe-Institut als internationales Netzwerkprojekt initiiert und fand von Juli 2022 bis März 2023 in Braunschweig, Kyoto, Montevideo, Shanghai und Johannesburg statt in Kooperation mit Mi-Mi-Bi, Mistakable Symbiotic Dance Troupe, Calvin Ratladi und Nadine Mc Kenzie und Teatro Solis
„Gathering in a Better World“ wurde unterstützt von Theaterformen Braunschweig, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, Aktion Mensch, Karin und Uwe Hollweg Stiftung, Market Theatre, Centre for the Less Good Idea | SO Academy, Calvin Ratladi Foundation, UNMUTE Dance Company, Yellow Bunny Productions und TrialbyMedia (Südafrika), Sala Zavala Muniz, Teatro Solís (Uruquay), Kyoto Experiment (Japan).

Diverse As We Are (DAWA)

Der aus Argentinien stammende Schriftsteller, Journalist und Rapper Matías Fernández Burzaco, der im Alter von 22 Jahren an hyaliner Fibromatose leidet, die einen Hautüberschuss erzeugt und seinen Körper mit Knötchen bedeckt, wird seine Seele entblößen, um mit Humor ein Dasein zu beschreiben, das zwischen Bett und Rollstuhl verläuft, aber alles andere als passiv ist. "Ich bin seltsam, deformiert und werde alles darüber erzählen", verspricht der Autor, der in "Eigene Formen. Tagebuch eines Körpers im Krieg" dem Opferdasein entflieht und mit der Herausgeberin Lucila Carzoglio und dem chinesischen Künstler Liu Yi sprechen wird. (ABC Sociedad: Aus dem Artikel „Dawa, el arte de la integración social“, 17.09.2022)
Lynn Fu zufolge werden behinderte Künstler*innen in China oft durch das Prisma nichtbehinderter Künstler*innen betrachtet. Um ihre Kompetenz zu beweisen und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen, müssen behinderte Künstler*innen ihre Unterschiede "verstecken" und doppelt so hart arbeiten. Die in DAWA vorgestellten Künstler*innen jedoch haben einen anderen Weg gewählt. Sie bekennen sich nicht nur zu ihren Unterschieden, sondern heben diese auch hervor, indem sie Seite an Seite mit anderen auftreten und zu ihrem authentischen Selbst stehen. Diese Authentizität geht über die gesellschaftlich konstruierten Normen des Seins hinaus, kehrt zu den Wurzeln des kreativen Ausdrucks zurück und nähert sich der ultimativen Schönheit des Lebens. (Weixin: Aus dem Artikel „Celebrating Inclusive Culture: DAWA's Origin Story“, 15.08.2022)

„Diverse As We Are“ war das erste internationale Festival für inklusive Kultur in China und fand vom 15. bis zum 25. September 2022 in Shanghai statt. Das Goethe-Institut und über 40 Kulturpartner und Institutionen aus Europa, China und der Welt erschufen als Zusammenschluss DAWA, eine Plattform für Kulturschaffende mit und ohne Behinderungen, die sich durch künstlerische Qualität auszeichnet und gleichzeitig das Verständnis für Vielfalt und Inklusion als integralen Bestandteil der Gesellschaft fördert. Teil des Festivals waren unter anderem Tanzperformances, Kunstinstallationen, Filme und Workshops.
„Diverse As We Are“ – Internationales Festival für inklusive Kultur wurde von EUNIC und European Spaces of Culture gefördert, von der EU-Delegation in Peking unterstützt und von verschiedenen in Shanghai ansässigen Kulturpartner*innen und Institutionen aus Europa, China und der ganzen Welt organisiert und durchgeführt.

Zur Autorin: Susanne Traub kam 2012 als Referentin für Theater und Tanz ans Goethe-Institut. Seit April 2023 ist sie Referentin im Bereich Musik

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