Empiriesche Studie „Deutschland, Deutschlernen und Deutschunterricht“

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Deutsch als Fremdsprache in der Schule ist bei Jugendlichen überraschend beliebt – nahezu genauso wie Englisch. Dies zeigt eine neue Studie des Goethe-Instituts, die die Einstellung von Jugendlichen zu Deutschland und dem Deutschunterricht in der Schule in 17 Ländern weltweit untersucht: in Ägypten, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, China, Frankreich, Indien, Indonesien, Italien, Kamerun, Mexiko, den Niederlanden, Polen, Russland, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei und den USA. Über 4000 Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 19 Jahren nahmen an dieser Erhebung teil. Und auch die Lehrkräfte wurden einbezogen: Über 500 Lehrkräfte wurden zu ihrem Deutschunterricht mit Jugendlichen, zu ihren Deutschlanderfahrungen und zu ihrer Unterrichtsgestaltung befragt.

Die Studie wurde im Rahmen des Projektes „Jugendliche lernen anders Deutsch!“. Die Intention dieses Projekts war es, Lehrkräften, Fortbildenden und Entscheidungsträgern im Bereich Deutsch als Fremdsprache den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand zum Sprachlernverhalten von Jugendlichen aufzubereiten und zugänglich zu machen. Die vorliegende Erhebung aus dem Jahr 2014 ergänzt den bisherigen Wissensstand um weitere Erkenntnisse, da sie sich zum einen auf den Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht an Sekundarschulen konzentriert und zum anderen umfassendes Datenmaterial zu verschiedenen Regionen in Europa, Nord- und Südamerika, Asien und Afrika liefert. Die Studie versteht sich als weltweite Bestandsaufnahme zur derzeitigen Stimmung von Jugendlichen und zur Sicht der Lehrenden auf den Sprachunterricht mit Jugendlichen. Dabei wird jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit oder eine lückenlose Systematik der Themen und Fragen erhoben.

Das aufbereitete Datenmaterial lädt dazu ein, die Ergebnisse der Länder und Altersgruppen einzeln zu betrachten sowie Vergleiche zwischen den Ländern zu ziehen. Außerdem können auf Grundlage der Ergebnisse Zusammenhänge hergestellt und vertiefende Fragen formuliert werden. Im Rahmen einer Korrelationsstudie wurden zum Beispiel Faktoren beschrieben, die nachweislich dazu beitragen, die Motivation der Jugendlichen in Bezug auf den Deutschunterricht zu steigern. Die Studie vermittelt Einsicht in die Bedürfnisse der jugendlichen Lernenden und kann somit auch als Grundlage für verschiedene Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Lehrkräften genutzt werden.