Grünes Diplom

Grünes Diplom

Die Goethe-Institute in Belarus, Georgien, Kasachstan, Russland, Usbekistan und der Ukraine bieten hochmotivierten Deutschlehrer*innen eine Aus- bzw. Weiterbildung zur qualifizierten DaF-Lehrkraft an Goethe-Instituten im Ausland an. Während der Ausbildung machen Sie sich mit modernsten didaktischen Methoden des Unterrichts von Deutsch als Fremdsprache in theoretischen und praktischen Lernmodulen vertraut. Sie lernen individuell und in der Gruppe per Lernplattform, Sie erforschen Ihren Unterricht am Ausbildungsinstitut unter der Betreuung von erfahrenen Begleitlehrer*innen und vertiefen Ihr Wissen und Ihre Kompetenzen in internationalen Seminaren an verschiedenen Instituten der Region und in Deutschland.

Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Sie das Zertifikat „Grünes Diplom“ des Goethe-Institutes, das an allen Goethe-Instituten im Ausland als Ausbildungsnachweis für DaF-Lehrkräfte anerkannt wird.
 

Die Ausbildung dauert ca. 19 Monate, von Juni 2020 bis Januar 2022. Während dieser Zeit ist Ihre Anwesenheit am Ausbildungsort erforderlich.

Die Ausbildung besteht aus vier Teilen:
  • online-betreutes Selbststudium von 4 Modulen des Deutsch Lehren Lernen® (DLL) - Ausbildungsprogramms (6/2020–11/2021) und Selbststudium von 2 DLL-Modulen
  • parallel dazu Unterrichtshospitationen und selbstständiger Unterricht am Ausbildungsinstitut 
  • Ausbildungsseminare an verschiedenen Goethe-Instituten in Osteuropa und Zentralasien
  • Landeskunde-Seminar in Deutschland (Sommer 2021)
Folgende Leistungsnachweise sind zu erbringen:
  • zwei bewertete Lehrproben in den Ausbildungskursen des Unterrichtspraktikums;
  • aktive Teilnahme an Präsenzseminaren mit Online-Vorphase
  • aktive Teilnahme an Onlinemodulen zu 4 DLL-Einheiten mit Bearbeitung der Praxiserkundungsprojekte sowie zu Landeskunde und interkulturellem Lernen
  • Abschlusstest zu den DLL-Modulen 1 bis 6
  • C2-Zertifikat des Goethe-Instituts (spätestens 24 Monate nach Abschluss der Ausbildung)
  • Erwerb der Prüferzertifikate für die Prüfungen des Goethe-Instituts auf den Stufen A1-В1 (während der Ausbildung bzw. bis spätestens 18 Monate nach Abschluss der Ausbildung).
Die Goethe-Institute erheben keine Teilnahmegebühr. Sie erhalten keine Vergütung für die Zeit, die Sie in die Ausbildung investieren.

In jeden Ausbildungsplatz investiert das Goethe-Institut im Laufe der anderthalbjährigen Ausbildung mindestens. 5.000 Euro. Das Goethe-Institut setzt daher voraus, dass Sie dem Ausbildungsinstitut nach Abschluss der Ausbildung für mindestens zwei Jahre als DaF-Lehrkraft zur Verfügung stehen. Zu Beginn der Ausbildung unterzeichnen Sie eine entsprechende verbindliche Ausbildungsvereinbarung.

Falls die geforderten Leistungsnachweise nicht bzw. nicht termingerecht erbracht werden, behält sich das Goethe-Institut vor, die Ausbildungsvereinbarung vorzeitig zu kündigen.

Bereits im Laufe Ihrer Ausbildung übernehmen Sie bei erfolgreichen Zwischenergebnissen eigene Kurse als DaF-Lehrkraft auf Probe; ein Rechtsanspruch auf eine solche Tätigkeit besteht nicht.

Spätestens 24 Monate nach Ausbildungsabschluss sind alle Absolventen verpflichtet, die Prüfung zum Goethe-Zertifikat C2: Großes Deutsches Sprachdiplom erfolgreich abzulegen.
Sie können sich bewerben, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • georgische Staatsbürgerschaft oder Einwohner*in Georgiens mit ständigem Aufenthaltstitel
  • sehr gute Deutschkenntnisse (mindestens auf Niveau C1 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen)
  • abgeschlossenes Hochschulstudium DaF und/oder Germanistik einschließlich fachdidaktischer Komponente
  • Lehrerfahrung im Bereich Deutsch als Fremdsprache
Schicken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen bestehend aus Ihrem tabellarischen Lebenslauf, Zeugnissen sowie einem  Motivationsschreiben bis zum 13.03.2020 in elektronischer Form an das Goethe-Institut Georgien, z. H. von Frau Pati Ramishvili Pati.Ramishvili@goethe.de

Die Auswahlgespräche finden voraussichtlich am 27.03.2020  statt.
Lesen Sie selbst, wie Lehrerinnen das Programm bewerten:

Maia Abashidze
Grüne Diplomandin des Jahrgangs 2015–2017

 
Seit vielen Jahren besuchte ich die Fortbildungsseminare für die Lehrkräfte, die vom Goethe-Institut Georgien veranstaltet wurden. Die dort angebotenen modernen didaktischen Methoden des Unterrichts fand ich immer interessant und hilfreich für meinen Unterricht in der Schule. Das „Grüne Diplom“ sah ich als Möglichkeit für die Erweiterung und Vertiefung meiner beruflichen Kompetenzen.
 
Die Fortbildungszeit war nicht leicht für mich. Sie war ziemlich anstrengend. Manchmal fiel es mir schwer, die Zeit richtig einzuteilen. Es gab sehr viel Material zum Lesen, zum Schreiben und ziemlich viele Aufgaben, die meistens innerhalb einer Woche erledigt sein sollten. Das richtige Zeitmanagement erleichterte den Lernprozess erheblich.
 
Während der Ausbildungszeit hat man die Möglichkeit auf der Lernplattform theoretisches und praktisches Wissen und Kompetenzen zu erweitern. Daneben geben die Hospitationen die Möglichkeit, modernste Unterrichte zu erleben. Ich kann sagen, dass diese Hospitationen für mich besonders hilfreich waren.
 
Ich gestalte heute meinen Unterricht ganz anders, weil meine Kompetenzen als Lehrkraft viel besser sind. Für die Unterrichtsplanung, Grammatik-, Landeskunde- oder Wortschatzvermittlung verwende ich verschiedene Methoden, die ich bei der Ausbildung gelernt habe. Medieneinsatz im Unterricht gelingt mir viel besser. Als DaF-Lehrerin fühle ich mich sicherer. Ich kann meinen Unterricht beobachten, reflektieren und handlungsorientiert planen.
 
Ich würde das „Grüne Diplom“ weiterempfehlen, weil diese Ausbildung den Menschen die Möglichkeit gibt ihre methodisch-didaktischen Kompetenzen zu erweitern. Sie erfahren am eigenen Leib aktuelle Methoden und Verfahren im DaF- Unterricht. Während der Online-Phasen oder Präsenzseminare gibt es Austausch über den Unterricht mit motivierten Kolleg*innen. Mithilfe von Praxiserkundungsprojekten kann man bereits vorhandene Kompetenzen reflektieren und die neuen Erkenntnisse im Unterricht anwenden. Als Lehrkraft muss man sich immer beruflich weiterentwickeln und dafür ist meiner Ansicht nach, das „Grüne Diplom“ die beste Möglichkeit.
 
 
Shahla Gurbanova
Grüne Diplomandin des Jahrgangs 2017-2019

 
Der Studiengang (Übersetzungswissenschaft), den ich absolviert habe, entsprach nicht ganz dem DaF-Bereich. Da aber mein Wunsch Deutsch zu Unterrichten sehr groß war, musste ich die fehlenden theoretischen und praktischen Kenntnisse nachholen. Eine dreimonatige Hospitation am Sprachlernzentrum Baku und später noch eigene berufliche Erfahrungen zeigten mir immer wieder Lücken, die ich unbedingt ausfüllen wollte. Die Möglichkeit, am „Grünen Diplom“ teilzunehmen, durfte ich also nicht missen.
 
Ich habe begonnen, die Strukturen, Mittel und Ziele der Lehrwerke nachzuvollziehen, was mir geholfen hat, besser mit dem gegebenen Material umzugehen. Darüber hinaus fühle ich mich jetzt bei der Unterrichtsplanung viel sicherer, was sich auch auf die Unterrichtsqualität auswirkt.
 
Besonders schwer fiel mir während der ersten Hälfte der Ausbildung das Selbststudium. Dafür schätze ich noch heute die neuen Freundschaften, die ich während der Ausbildungszeit schließen konnte. Mit den Kolleg*innen aus anderen Ländern tausche ich mich immer wieder aus, was mich sehr freut. Aber auch die Präsenzseminare in Minsk und Berlin waren toll.
 
Das „Grüne Diplom“ würde ich zweifelsohne allen empfehlen, die sich als Ziel gesetzt haben hochqualifizierte Deutschlehrer*in sein zu wollen. Nur zielstrebige, berufsorientierte, hochmotivierte und verantwortungsvolle Lehrer*innen sollten am „Grünen Diplom“ teilnehmen, da es wirklich viel Mühe, Zeit, Geduld sowie Teamfähigkeit und Toleranz fordert.
 
Nachdem ich das „Grüne Diplom“ gemacht habe, ist mir klar geworden, welche Fehler ich früher bei der Unterrichtsgestaltung gemacht habe, welche Variationen von Übungen und Hilfsmitteln es gibt. Ich freue mich sehr, dass ich das „Grüne Diplom“ ganz am Anfang meiner beruflichen Laufbahn gemacht habe. Das war ein unglaublich weiter Schritt nach vorne!