Barbara Steiner

Biografische Informationen

Dr. Barbara Steiner ist Kunsthistorikerin, und als freiberufliche Kuratorin, Autorin und Herausgeberin tätig.

2014 begann Steiner mit dem mehrjährigen Projekt Freunde und Komplizen im Wiener Künstlerhaus. Dieses fragt danach, wie man aus der Perspektive der Kunst auf Ökonomisierungsprozesse antworten bzw. wie ein Akteur aus dem künstlerischen Feld in der Wirtschaft agieren kann, ohne Gemeinschaft und Gemeinwohl aus den Augen zu verlieren. Ende 2013, aus Anlass eines curator-in residence-Programms von Goethe Institut Amsterdam und Castrum Peregrini, untersuchte Steiner am Beispiel zeitgenössischen Grafikdesigns Tendenzen, die in eine Spaltung von ideellen und kommerziellen Agenden münden. 2012 und 2013 übernahm Steiner die künstlerische Leitung des transnationalen Projekts Europe (to the power of) n, eine Ausstellungsserie des Goethe-Instituts, die in London, Minsk, Łódź, Istanbul, Oslo, Novi Sad, Brussels, San Sebastián, Beijing und Taipei stattfand. Dieses befasste sich mit den Möglichkeiten eines kollaborativen Projekts, das sich nicht nur künstlerischen Überlegungen zu Europa sondern auch den regulatorischen Rahmen, Kontexten und Konditionen zur Durchführung eines solchen Vorhabens widmete.

Von 2001 bis 2011 war Steiner Direktorin der Stiftung Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig (GfZK), wo sie Einzelausstellungen u.a. mit Jun Yang, Christine Hill, Deimantas Narcevicius und dem Atelier Le Balto kuratierte und Gruppenausstellungen wie etwa Performative Architektur, The future is not what it used to be und Schrumpfende Städte co-kuratierte. In den 1990er Jahren leitete Steiner die Kunstvereine in Ludwigsburg und in Wolfsburg, wo sie unter anderem Ausstellungen mit Liam Gillick, Angela Bulloch, Philippe Parreno, Rirkrit Tiravanija und Karen Kilimnik durchführte. Parallel zur kuratorischen Tätigkeit war Steiner jeweils mehrere Jahre als Lehrbeauftragte tätig: an der Universität Linz, 1994-2000, der Kunsthochschule Braunschweig, 1999/2000, der Königlichen Kunstakademie in Kopenhagen, 2000-2002 und 2004/2005, und an der Universität für Angewandte Kunst in Wien, 2007-2009.

Steiner publizierte – neben KünstlerInnen-Monografien, u.a. von Jorge Pardo, Christine Hill, Superflex, Liam Gillick oder Josef Dabernig – eine Reihe von themenbezogenen Büchern zum Museum, zu Raumkonzepten, zum Verhältnis von Architektur, Design, Kunst, zur Vermittlung von Kunst durch Architektur, zum Verhältnis von öffentlich und privat, und zu Kunst und Ökonomie, wie etwa: Mögliche Museen (mit Charles Esche), Köln 2007; Spaces of Negotiation (mit as-if wienberlin), 2010; Das eroberte Museum, 2011; Scenarios about Europe, 2012, und The Europen-Book, 2013. Im selben Jahr ist auch, in Kooperation mit BIG – Bjarke Ingels Group, TOPOTEK 1 und Superflex, ein umfangreiches Buch zu Superkilen erschienen, das am Beispiel des großangelegten Parks in Kopenhagens Nørrebro verschiedene kulturelle Perspektiven abbildet. Über viele Jahre hat Steiner auch immer wieder praktisch mit ArchitektInnen, DesignerInnen und KünstlerInnen zusammen gearbeitet. Mit as-if berlinwien konnte 2002-2004 die bauliche Erweiterung der GfZK durchgeführt werden, gemeinsam mit KünstlerInnen und DesignerInnen wurden Café, Garten, Shop und Hotelzimmer geplant und umgesetzt.

Steiner studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien. Ihre Doktorarbeit schrieb sie zur Ideologie des weißen Ausstellungsraumes.

Barbara Steiner
Freie Kuratorin | Leipzig

Schlagworte
Architektur/Raum
Design
Gegenwartskunst
Interdisziplinarität
Kulturtheorie
Urbanismus
Ökonomie/Wirtschaft

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Barbara Steiner