Hans-Jürgen Hafner

Kuratorisches Statement

Sich Ausstellungen immer wieder neu als autorschaftlich beanspruchtes ‚Medium’ zu erobern und sie gleichzeitig als in Aussage und Form spezifische ‚Formate’ ganz konkret auf die jeweiligen gesellschaftlichen, ökonomischen und nicht zuletzt institutionellen Verhältnisse zuzuschneiden oder direkt daraus zu entwickeln würde ich als Motivation meiner kuratorischen Praxis ansehen. In anderen Worten geht es mir in einem durchaus handwerklichen Sinn ums Machen von Ausstellungen bzw. darum, die Ausstellung als etwas unter besonderen historischen und kontextuellen Bedingungen Gemachtes zur Diskussion zu stellen – und dies vielleicht gerade in Abgrenzung zu den Kompetenzen, Privilegien und Standards, wie sie das vergleichsweise junge Berufsfeld des Kurators/der Kuratorin mit sich gebracht hat.

Parallel als Autor und Kunstkritiker tätig, versuche ich Ausstellen im Spannungsfeld zwischen Theorie und Praxis, ästhetischer Produktion und deren kunstkritischer und -historischer Reflexion anzusiedeln. Dabei – und vor allem in meiner aktuellen Funktion als Leiter einer vereinsmäßig getragenen Kunstinstitution –, geht es darum, die Sonderstellung kultureller Arbeit als ihr gleichzeitig handfestes politisches Potenzial zu begreifen – umso mehr, weil die Kunst im Zuge ihrer fortschreitenden Ökonomisierung und Medialisierung derzeit eine ebenso tiefgreifende wie problematische Transformation zu erleben scheint, zu der man sich ins Verhältnis setzen muss.

Hans-Jürgen Hafner
Hans-Jürgen Hafner
Direktor | Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen | Düsseldorf

Schlagworte
Kultur- und Wissensproduktion
Kulturtheorie
Gegenwartskunst
Malerei
Digitale Kultur

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