Andrea Kroksnes

Kuratorisches Statement

Die Arbeit als Kuratorin bedeutet für mich eine ganz bewusste Vermischung von Analyse und kritischer Praxis. Künstlerische und kuratorische Praktiken bewegen sich meist automatisch zwischen der Rolle der BenutzerIn einer vorhandenen visuellen Kultur sowie der Rolle der aktiven ProduzentIn kritischer Neuentwürfe dieser Kultur.

Das Projekt einer neuartigen interdisziplinären Erforschung der Visualität ist zentraler Angelpunkt meiner kuratorischen Arbeit. Die Analyse der visuellen Kultur der Gegenwart als spezifisches kulturelles, soziales, politisches und ästhetisches Phänomen wirft massiv die Frage nach der Legitimität der herkömmlichen Institution und Konzeption von Kunst auf.

Als Kuratorin für zeitgenössische Kunst arbeitet man ständig mit disziplinübergreifenden Problemstellungen: zeitgenössische Künstler sind nicht nur an dem kunstgeschichtlichen Erbe interessiert, sondern an einer aktuellen visuellen Kultur, und an allen vorhandenen theoretischen Hilfsmitteln zur Erklärung dieser Phänomene.

Die kulturwissenschaftlichen Bildwissenschaften sind ein zentraler Angelpunkt meiner Forschungsarbeit. Bereits in meiner Doktorarbeit „Reframing the 80s: Visual Culture and the Picture Generation“ beschäftigte ich mich eingehend mit Visual Culture, die den Forschungen der im englischsprachigen Raum angesiedelten Cultural Studies folgt. Als ein Zweig der Kulturwissenschaften, die sich mit der Beziehung von sozio-kultureller Praxis und Macht beschäftigt, ist Visual Culture daran interessiert, wie Macht gegenwärtig visualisiert wird.

Andrea Kroksnes (2007)

Nasjonalmuseet for kunst, arkitektur og design, Foto: Børre Høstland
Nasjonalmuseet for kunst, arkitektur og design, Foto: Børre Høstland












Kroksnes Andrea
Hauptkuratorin | Nasjonalmuseet for Kunst,
Arkitektur & Design, Oslo


Schlagworte
Gegenwartskunst
Kunst im öffentlichen Raum
Installation
Architektur/Raum
Interdisziplinäre Projekte

Kontakt:
Andrea Kroksnes