Roland Nachtigäller

Kuratorisches Statement

Braucht die Kunst, brauchen Künstlerinnen und Künstler überhaupt Kuratoren? Eine Ausstellung dient vor allem der überzeugenden Präsentation von Werken, künstlerischen Ideen und Formfindungen. Für deren Entfaltung gilt es den größtmöglichen Raum und die besten Bedingungen bereitzustellen. In diesem Sinne ist der „Ausstellungsmacher“ – wie Harald Szeemann die Rolle treffend nannte – in erster Linie ein unterstützender Partner an der Seite der Künstler, ein Vermittler, der Möglichkeiten schafft, ermöglicht, kritisch nachfragt, genau schaut und strukturelle wie technische Hindernisse aus dem Weg räumt – und damit möglicherweise neue, überraschende Maßstäbe setzt.

Zu dieser Verantwortung für eine Ausstellung gehört auch die direkte Begegnung mit dem Publikum. Künstlerisch ohne Kompromisse, überzeugend und konsequent in der Sache haben Ausstellung und Institution zugleich ihren Bildungsauftrag, ihre Mittlerposition für die Sprache der Kunst ernst zu nehmen. Genaues Sehen, Fragen, Denken und Aneignen müssen in den nach wie vor als eher autoritär erlebten Museumsstrukturen nachhaltig zur Entfaltung gebracht werden.

Dabei schweift der kuratorische Blick mittlerweile weit über die engen Grenzen der „klassischen“ Künste hinaus. Gerade in den Überschneidungsbereichen zu Design, Architektur und Alltagskultur finden sich herausfordernde Reibungsflächen für eine Neuausrichtung des Blicks. Wenn sich dieses Erkenntnisinteresse eng verknüpft mit der Sinnlichkeit räumlicher Erfahrungen und der Faszinationskraft künstlerischer Setzungen, dann entstehen Ausstellungen, die Zukunftsperspektiven eröffnen.

Roland Nachtigäller (2011)

Roland Nachtigäller 2008, Copyright: Oliver Schwabe
Roland Nachtigäller
Künstlerischer Direktor | MARTa Herford

Schlagworte
Gegenwartskunst
Malerei
Skulptur
Installation
Kunst im öffentlichen Raum
Landschaftskunst
Architektur/Raum
Design/Mode

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Roland Nachtigäller
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