Thibaut de Ruyter

Biografische Informationen

Thibaut de Ruyter, 1972 in Lille, Frankreich geboren, ist diplomierter Architekt. Seit 2001 lebt und arbeitet er in Berlin als Kurator, Kunst- und Architekturkritiker.

Während seines Architekturstudiums in Lille und Kopenhagen entwickelte Thibaut de Ruyter eine Praxis, die Kunst, Architektur und Theorie verbindet. Er arbeitete mit dem Hartware Medienkunstverein in Dortmund an mehreren Ausstellungen, z. B. über eine Technik, durch Radio und Tonbandaufnahmen „Geisterstimmen“ einzufangen, dem industriellen Erbe in der Subkultur und in der zeitgenössischen Kunst sowie Flugsimulation und ihre Auswirkung auf die Bildende Kunst. Von 2012-2013 war er an der Umstrukturierung des Museums Angewandte Kunst in Frankfurt am Main beteiligt. Dort hat er The Empty House kuratiert, eine Ausstellung im 4500 m² großen, umgebauten und leergeräumten Richard-Meier-Bau, der zwei Tage und eine Nacht als Exponat für Besucher zugänglich war. Darauf folgte am Frankfurter Museum für Angewandte Kunst die Ausstellung Richard Meier - Ein Stilraum, ein Epochenzimmer über den Architekten und den Zeitgeist der 1980er Jahre. Zweimal kuratierte er den Nam June Paik Award für die Kunststiftung NRW, 2010 im Museum Kunstpalast Düsseldorf, 2012 im Kunstmuseum Bochum. 2012 war er Kurator der Ausstellung des CTM-Festivals in Berlin und 2015 von Digitale Demenz (Artificial Intelligence) für das Eigen+Art Lab in Berlin.

Auf pädagogischer Ebene veranstaltet Thibaut de Ruyter Workshops und hält Vorträge, u.a. an der University of Pennsylvania in Philadelphia, der Villa Arson in Nizza, der Ecole Nationale Supérieure d'Art in Bourges und im Maison Rouge - fondation Antoine de Galbert in Paris. Er ist Gründer der Autocenter Sommerakademie in Berlin.

Als Kritiker schreibt er regelmäßig für die Zeitschriften artpress, Il Giornale dell’Architettura, Fucking Good Art, Frieze d/e und veröffentlicht Katalogtexte. 2006 war er Herausgeber einer Sonderausgabe von artpress über Berlin, 2014 publizierte er eine weitere mit Catherine Millet über Prostitution. 2015 gründete Thibaut de Ruyter zusammen mit Gaisha Madanova das erste kasachische Kunstmagazin ALUAN. Er bloggt monatlich über Architekturbücher für die Webseite www.architectuul.com und ist seit 2008 Mitglied von AICA (Association internationale des critiques d'art) France.

2014 reiste Thibaut de Ruyter für sechs Wochen als Stipendiat des Goethe-Instituts zur Erforschung der jeweiligen Kunstszene durch Usbekistan und Kasachstan. Diese Reise diente als Vorbereitung für eine Wanderausstellung, die er mit Inke Arns für die Goethe-Institute in der Region Osteuropa / Zentralasien konzipiert (2016-2017).

Ausstellungen (Auswahl):

• „Digitale Demenz (Artificial Intelligence)“ (Künstler: Erik Bünger, John Cale, Brendan Howell, Chris Marker, Julien Prévieux, Suzanne Treister, !Mediengruppe Bitnik), Eigen+Art Lab, Berlin, 2015
• „Richard Meier - Ein Stilraum“, Museum Angewandte Kunst, Frankfurt/Main, 2015
• „BER-DTM-HNL…“ co-kuratiert mit Inke Arns (Künstler: Agnes Meyer-Brandis, Martin Dammann, Antje Ehmann & Harun Farocki, Johan Grimonprez, Francis Hunger & Cornelia Friederike Müller, Simone Aaberg Kærn und Joan Leandre), Hartware MedienKunstverein, Dortmund, 2014
• „The Corpse of Art“ (Künstler: IRWIN), NuN, Berlin, 2014
• „The Empty House“ (Künstler: Olaf Nicolai), Museum Angewandte Kunst, Frankfurt/Main, 2013
• „Ghosts of the Shelf“ (Künstler: Theo Altenberg, La Boîte à Gants Productions (Gilles Berquet & Mirka Lugosi), Barbara Breitenfellner, Martin Dammann, Valerie Favre, Jason Forrest, Christian Gfeller, Richard Grayson, Graf Haufen, Elke Silvia Krystufek, Joep van Liefland, Ingrid Luche, Jacek Niegoda, Yokna Patofa, Jorge Queiroz, Monica Ross, Christian Vialard, Alexandra Vogt, Kunstraum Kreuzberg / Bethanien), CTM, Berlin, 2012
• „Nam June Paik Award“ (Künstler: Burak Arikan, Cevdet Erek, Florian Hecker, Thomas Köner, Gisela Motta & Leandro Lima, Nomeda & Gediminas Urbonas, Carlos Fadon Vicente, Erika Hock, Congress, Nam June Paik), Kunstmuseum, Bochum, 2012
• „Nam June Paik Award“ (Künstler: Rosa Barba, Eike, Ei Wada, Chelpa Ferro, 4nchor5 la6, Ali Kazma, Ignas Krunglevicius, Hajnal Németh, Adriane Wachholz, Thorsten Hallscheidt), Museum Kunstpalast, Düsseldorf, 2010
• „Wach sind nur die Geister“, co-kuratiert mit Inke Arns (Künstler: Lucas & Jason Ajemian, Archiv eines anonymen Geistersehers kuratiert von hans w. koch, Sam Ashley, Corinne May Botz, Erik Bünger, Damien Cadio, Michael Esposito, Nina Fischer/Maroan el Sani, Agnès Geoffray, Kathrin Günter, Carl Michael von Hausswolff, Tim Hecker, Susan Hiller, Martin Howse, International Necronautical Society, Friedrich Jürgenson, Joep van Liefland, Chris Marker, Jorge Queiroz, Scanner, Jan Peter E.R. Sonntag, Suzanne Treister), Hartware MedienKunstverein, Dortmund, 2009 

 

Tilman Abegg / Ruhr Nachrichten, 2015
Tilman Abegg / Ruhr Nachrichten, 2015
Thibaut der Ruyter
Architekt, freier Kurator, Kunst- und Architekturkritiker | Berlin

Schlagworte
Architektur/Raum
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Kulturtheorie
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