Nicolaus Schafhausen

Biografische Informationen

Nicolaus Schafhausen ist seit Juni 2012 künstlerischer Leiter der Kunsthalle Wien. Er war von 2006-2011 künstlerischer und kaufmännischer Direktor des Witte de With, Center for Contemporary Art in Rotterdam, Niederlande. Im Juni 2005 wurde er für die Dauer von zwei Jahren zum Gründungsdirektor der European Kunsthalle in Köln ernannt, einem Projekt, das Modelle einer potenziellen Institution zeitgenössischer Kunst auslotet. Er war Kommissar des deutschen Pavillons bei der 52. und 53. Biennale in Venedig 2007 und 2009.

1965 in Düsseldorf geboren, studierte Nicolaus Schafhausen Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin und der Ludwig-Maximillian-Universität in München. Während eines Stipendiums am Künstlerhaus Bethanien in Berlin entschloss er sich, gemeinsam mit dem Künstler Markus Schneider die nach den Geburtsnamen ihrer Mütter benannte Galerie Lukas & Hoffmann zu gründen. In der zunächst in Berlin, später in Köln ansässigen Galerie realisierte er unter anderem die ersten Ausstellungen der heute international erfolgreichen Künstler Kai Althoff, Olafur Eliasson, Carsten Höller und Antje Majewski.

Von 1995 bis 1998 war Schafhausen Künstlerischer Leiter des Künstlerhaus Stuttgart. Mit dem "Umbauraum" initiierte er ein in den 1990er Jahren stilprägendes Vermittlungsmodell für vergleichbare Institutionen. Ausstellungen des Künstlerhaus Stuttgart präsentierten unter anderen Kai Althoff, Cosima von Bonin, Olafur Eliasson, Liam Gillick, Sharon Lockhart und Stephen Prina. 1999 wurde Schafhausen zum Direktor des Frankfurter Kunstvereins berufen, dessen künstlerische und kaufmännische Leitung er bis Dezember 2005 inne hatte. Der Frankfurter Kunstverein wurde unter seiner Leitung national und international neu positioniert; neue Vermittlungsmodelle wurden ebenso erprobt wie die Definition eines neuen dialogischen Verhältnisses mit den Besuchern. Zu den programmatischen Höhepunkten zählten die von ihm initiierten thematischen Ausstellungen zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen u. a. des Lokalen ("To the people of the city of the Euro"), zu Migration ("Man muss ganz schön viel lernen um hier zu funktionieren") und der Triologie zum schwer fassbaren Phänomen der Globalisierung ("Neue Welt", "New Heimat", "non-places"). Ausstellungen wie die Überblicksschau "deutschemalereizweitausenddrei" bedienten den Massengeschmack. Die Ausstellung zum 100. Geburtstag Theodor W. Adornos "Adorno - die Möglichkeit des Unmöglichen" manifestierte Schafhausens Anspruch, Diskurse auszulösen.

Nicolaus Schafhausen ist Mitglied in verschiedenen privaten und öffentlichen Jurys und Beratungsgremien. Von 2003 bis 2005 war er Vorstandsmitglied des IKT (Internationalen Kuratoren Konferenz). Er ist Herausgeber und Mitherausgeber zahlreicher Publikationen zur zeitgenössischen Kunst. 2003 wurde ihm der Hessische Staatspreis für Kultur verliehen.

Nicolaus Schafhausen 2007, Copyright: Witte de With, Foto: Bernd Boedtlaender
Nicolaus Schafhausen
Künstlerischer Leiter | Kunsthalle Wien

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