Katharina Schlieben

Kuratorisches Statement

„The Mental Comma instead of the Full-Stop“, so der Titel des kuratorischen Editorials (Shedhalle 2004-2009 und kuratorische Metapher von Johanna Lassenius), ist für Schlieben und Gau Modus ihrer kuratorischen Arbeitsweise, welche inhaltliche Fragestellungen über einen längeren Zeitraum hinweg entwickelt.

Wenn eine kulturelle Praxis kontextorientiert auf spezifische gesellschaftspolitische Fragen hin entworfen und vermittelt werden soll, muss sich eine kuratorische Praxis von dem „Ausstellungsraum" als Ort der reinen Präsentation für zeitgenössische Kunst ein Stück weit verabschieden: hierfür muss sie Wege und Orte (er)finden. Denn künstlerische Praktiken fordern Kunstinstitutionen heraus, als Ort der Produktion, Recherche, Distribution und des Displays künstlerischer Praxis zu agieren, und führen dabei gleichsam das Medium Ausstellung performativ vor. Nicht selten ist eine Ausweitung des Untersuchungsfeldes auf ein interdisziplinäres Feld von Cultural Studies, feministischer Theorie/Praxis, Urbanismus, Gesellschaftstheorie sowie ästhetischer und politischer Praxis Ausgangspunkt für künstlerische Praktiken. Kulturelle und wissenschaftliche Praktiken gesellschaftspolitischer Relevanz werden so miteinander in Dialog gebracht. Damit diese zirkulieren und vermittelt werden können, benötigen sie einen nachhaltigen Dialog und Langzeitbeziehungen zu KulturproduzentInnen und Institutionen, welche nicht immer gradlinig verlaufen: „Das gedankliche Komma statt des Full-Stop".

(Sønke Gau / Katharina Schlieben, 2006 - 2011)

Katharina Schlieben 2010, Copyright: Privat
Katharina Schlieben
Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin, Berlin

Schlagworte
Gegenwartskunst
Interdisziplinäre Projekte
Kultur- und Wissensproduktion
Cultural Studies
Partizipation
Urbanismus

Kontakt:
Katharina Schlieben