Martina Weinhart

Kuratorisches Statement

Ausstellungen bieten den Rahmen für die Kunst. Sie ermöglichen es, Kunst zu betrachten oder über Kunst – und im besten Falle nicht nur über Kunst – nachzudenken. Ich habe mich immer sehr für Fragen interessiert, die über rein ästhetische und formale Probleme des engeren Kunstkontextes auch hinausweisen und habe mit thematischen Ausstellungen in diese Richtung gearbeitet. In diesem Sinne ist „Auf eigene Gefahr“ ein Beitrag über das Risikobewusstsein in unserer Gesellschaft, „3’“ ein Nachdenken über Aufmerksamkeitsökonomien, „Nichts“ ein Gegenentwurf zur Bildüberfrachtung unserer Zeit oder „The Making of Art“ eine Reflexion auf die Produktions- und Ausstellungsbedingungen der zeitgenössischen Kunst. Ich sehe eine Themenausstellung immer als einen Beitrag, der nicht nur kunstimmanent wirksam ist, sondern darüber hinaus auch einen breiteren erkenntnistheoretischen, philosophischen oder gesellschaftlichen Rahmen erschließt. Ich möchte den Besuchern die Kunst als Momentaufnahme einer sich ständig wandelnden Situation, aber auch als Bestandsaufnahme der Gegenwart präsentieren. Bei aller Theorie steht jedoch die ästhetische Erfahrung im Zentrum, die den Betrachter anregt, irritiert und ihm ein spezifisches Erleben ermöglicht.

Martina Weinhart (2008)

Martina Weinhart 2008
Martina Weinhart
Kuratorin | Schirn Kunsthalle Frankfurt/Main

Schlagworte
Gegenwartskunst
Installation
Konzeptkunst
Film/Video
Fotografie
Kulturtheorie


Kontakt:
Martina Weinhart