IDT 2017 Deutsch als eine Stimme im Chor

Generalsekretär Johannes Ebert und Marianne Hepp (Präsidentin des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes/IDV) sowie Vertreterinnen und Vertreter des Organisationsteams
Generalsekretär Johannes Ebert und Marianne Hepp (Präsidentin des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes/IDV) sowie Vertreterinnen und Vertreter des Organisationsteams | Foto: Bernhard Ludewig

Eine Resolution am 4. August krönte das 50-jährige Jubiläum der weltgrößten Fachkonferenz für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache: 1.700 Lehrkräfte stimmten im schweizerischen Fribourg mehrheitlich für den stärkeren Einbezug der Herkunftssprachen von Migranten in die Konzeption des weltweiten Unterrichts.

Die Internationale Tagung der Deutschlehrerinnen und Deutschlehrer (IDT), die Anfang August im schweizerischen Fribourg stattfand, gilt als das Gipfeltreffen der Branche: Hier tauschen sich Deutschlehrende aus fünf Kontinenten mit ihrem akademischen Kolleginnen und Kollegen aus. An wechselnden Orten und im Vierjahres-Rhythmus diskutieren sie über gesellschaftliche Entwicklungen und Lehrmethoden.
 

  • Teilnehmende der Tagung präsentieren ihre deutschen Lieblingswörter am PASCH-net-Stand auf dem PASCH-Forum der IDT, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Teilnehmende der Tagung präsentieren ihre deutschen Lieblingswörter am PASCH-net-Stand auf dem PASCH-Forum der IDT
  • Teilnehmende der IDT, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Teilnehmende der IDT
  • Grußwort von Johannes Ebert, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Grußwort von Johannes Ebert
  • Teilnehmende der IDT, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Teilnehmende der IDT
  • Das Monaco Swing Ensemble beim Empfang des Goethe-Instituts, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Das Monaco Swing Ensemble beim Empfang des Goethe-Instituts
  • Teilnehmende der IDT, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Teilnehmende der IDT
  • Tagungsgebäude, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Tagungsgebäude
  • Stand des Goethe-Instituts, Foto: Bernhard Ludewig Foto: Bernhard Ludewig
    Stand des Goethe-Instituts
Auf der 16. Konferenz, 50 Jahre nach der ersten Zusammenkunft im Jahr 1967, wurde eine sprachenpolitische Resolution verabschiedet: Unter dem Titel „Brücken gestalten – Mit Deutsch verbinden: Menschen – Lebenswelten – Kulturen“ enthält diese eine neue Programmatik in der Sprachlehrpraxis und in der Fremdsprachenforschung: Bei der Konzeption des Deutschunterrichts sollen zukünftig auch die Herkunftssprachen der Zugewanderten eine zentrale Rolle spielen. Den Begriff des Chores erläutert Marianne Hepp, ehrenamtliche Präsidentin des Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverbandes (IDV): „Man betrachtet Deutsch nicht mehr in einer Konkurrenzsituation stehend, sondern als eine Stimme im Chor der Sprachen. Die Sprachkulturen der Welt nähern sich immer mehr an. Außerdem gibt es ja auch viele Länder, in denen mehrere Sprachen gesprochen werden.“

Neue Formate im Deutschunterricht

Die Herausforderung für die Lehrkräfte besteht darin, detaillierte Konzepte auszuarbeiten, um Mehrsprachigkeit für den Unterricht von Deutsch als Fremd- und Zweitsprache nutzbar zu machen. 30 Vorträge und Sektionen mit verschiedenen Schwerpunkten luden ein, über die Verbindung von Theorie, Forschung und Praxis zu sprechen. Ein neues Format boten didaktische Werkschauen: In Kurzfilmen dokumentieren Deutschlehrende für ihre Kolleginnen und Kollegen, welche realen Bedingungen den Unterricht prägen, zum Beispiel in Indien, wo Klassengrößen mit bis zu 80 Kindern keine Ausnahme sind.

Die Grundsätze, Empfehlungen und Forderungen der Resolution zielen auf die Deutschförderung für die berufliche Aus- und Weiterbildung aller Zugewanderten ab, unabhängig von deren Herkunftsland und Aufenthaltsstatus. Zugleich wird darin auch die Politik aufgefordert, mehr Mittel für die schulische Erstintegration zugewanderter Kinder und Jugendlicher bereitzustellen.

Über die Beweggründe der Beteiligung des Goethe-Instituts sprach dessen Generalsekretär Johannes Ebert. Neben Filmvorführungen, Lesungen und der Ausstellung „Erfinderland Deutschland“ bestehe der Beitrag des Goethe-Instituts in seiner pädagogischen Expertise, da eine seiner Hauptkompetenzen in der Lehrerfortbildung liege. „Die Kombination aus wissenschaftlicher Erkenntnis und reflektierter Praxis macht das Besondere der IDT aus und bringt den Deutschunterricht weltweit voran“, betonte Johannes Ebert. Weil in vielen Ländern Deutschlehrkräfte fehlten, seien Kooperationen wie diese unerlässlich: „Die Zukunft des Deutschunterrichts wird auch bestimmt durch die Synergien, die entstehen, wenn Mittlerorganisationen wie das Goethe-Institut mit dem Internationalen Deutschlehrerinnen- und Deutschlehrerverband und den nationalen Deutschlehrerverbänden eng zusammenarbeiten.“