DOK Leipzig Dokumentarfilmpreis für Jakob Schmidt

Jakob Schmidt erhält den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts.
Jakob Schmidt erhält den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts. | Foto: Maren Willkomm

Der Würzburger Nachwuchsregisseur Jakob Schmidt wurde für seine Dokumentation „Zwischen den Stühlen“ mit dem Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts ausgezeichnet. In seinem Film begleitet er drei Referendare auf ihrem Weg in den Lehrerberuf.


Bewährungsprobe Referendariat

Gleich mit seinem ersten Langfilm gewann der Jungfilmer Jakob Schmidt den Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts 2016. Ausgezeichnet wurde der Student der Filmuniversität Babelsberg für seinen Abschlussfilm „Zwischen den Stühlen“.

Die Jury begründete ihre Auswahl mit den Worten: „Einfühlsam begleitet der Film die Entwicklung von zwei Referendarinnen und einem Referendar auf dem Weg in den Lehrerberuf. Im Spannungsfeld von modernen Erziehungskonzepten und schulischem Alltag werden die Ideale der Protagonistinnen und Protagonisten auf eine harte Probe gestellt. Filmisch genau beobachtet und ohne erklärende Kommentare zeigt der Film, wie schwer Blaupausen in der Realität umzusetzen sind“.

Referendarinnen und Referendare sind Schüler und Ausbilder zugleich, die sich im Spannungsfeld zwischen Notenvergabe und eigenen Prüfungssituationen behaupten müssen. Die Motivation, ein Lehramtsstudium zu beginnen, kann viele Gründe haben: Manche fühlen sich dazu berufen und gehen mit Idealismus an die Sache heran, andere wählen das Studium aus Mangel an guten Alternativen und wiederum andere lassen sich von der Aussicht einer sicheren Zukunft als Beamter locken.

Der stolze Gewinner Jakob Schmidt. Der stolze Gewinner Jakob Schmidt. | Foto: Maren Willkomm Vorjahressieger Lutz Dammeck in der Jury

Auswahl und Verleihung des Dokumentarfilmpreises finden jedes Jahr im Rahmen des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm statt, das zu den wichtigsten internationalen Dokumentarfilmfestivals zählt. Den Juryvorsitz hatte dieses Jahr Lutz Dammeck inne, der im Vorjahr für seine Dokumentation „Overgames“ vom Goethe-Institut ausgezeichnet wurde. Aus den Reihen des Goethe-Instituts wurden die Filmexperten Carola Ferber (Goethe-Institut München), Sofia Michailidou (Goethe-Institut Athen), Aderinsola Ajao (Goethe-Institut Lagos) und Fügen Uğur (Goethe-Institut Istanbul) in die Jury berufen.

Weltweite Förderung von Dokumentarfilmen

Mit dem Dokumentarfilmpreis ehrt das Goethe-Institut bereits seit 2003 Filme, die einen Deutschlandbezug in Verbindung mit einer interkulturellen oder globalen Perspektive aufweisen und so einen Beitrag zu gesellschaftspolitischen Diskursen in allen Weltregionen leisten können. Dotiert ist der Preis mit 2.000 Euro.

Nach der alljährlichen, feierlichen Vergabe des Dokumentarfilmpreises im Schauspiel Leipzig erwirbt das Goethe-Institut die internationale Lizenz des jeweiligen Gewinnerfilms und stellt ihn allen 159 Instituten in 98 Ländern zur Verfügung. Zur Förderung des Genres Dokumentarfilm und des kulturellen Austausches wird nun auch „Zwischen den Stühlen“ in bis zu zehn Sprachen untertitelt und einem weltweiten Publikum zugänglich gemacht.


Der Dokumentarfilmpreis des Goethe-Instituts wird in Kooperation mit dem Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm vergeben. Das 59. Internationale Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm fand in diesem Jahr von 31. Oktober bis 6. November statt. Es wurden 309 Filme aus 49 Ländern gezeigt.