Deutscholympiade Asien Pazifik „Die beste Woche meines Lebens“

In Wettbewerben kommen sich die Schülerinnen und Schüler näher
In Wettbewerben kommen sich die Schülerinnen und Schüler näher | Foto: Noah Shahar

Sich gegenseitig kennen- und voneinander lernen –auf Deutsch und 8.000 Kilometer von Deutschland entfernt. 77 Schülerinnen und Schüler aus zehn Ländern trafen sich zur ersten Deutscholympiade Asien Pazifik in Thailand.

Deutsche Disko-Stimmung mitten in Bangkok: Aus dem Lautsprecher dröhnt der Tanzschlager „So ein schöner Tag“, und fast hundert Teenager singen lauthals mit - obwohl keiner von ihnen aus Deutschland kommt. Sie sind aus zehn verschiedenen Ländern, die gemeinsam zum „Fliegerlied“ abheben. Sie alle haben an der Deutscholympiade Asien Pazifik teilgenommen – organisiert vom Goethe-Institut und dem Thailändischen Deutschlehrerverband. Nach gut einer Woche gemeinsamen Lernens und Lebens feiern sie nun sich und ihre neuen Freunde.
 

  • Nguyễn Tất Hoàng Long aus Ho-Chi-Minh-Stadt kann nicht fassen, dass er den zweiten Platz belegt hat, Foto: Noah Shahar Foto: Foto: Noah Shahar
    Nguyễn Tất Hoàng Long aus Ho-Chi-Minh-Stadt kann nicht fassen, dass er den zweiten Platz belegt hat
  • Gruppenfoto mit Ehrengästen, Foto: Noah Shahar Foto: Noah Shahar
    Gruppenfoto mit Ehrengästen
  • Mit verschiedenen Spielen kommen sich die Schülerinnen und Schüler näher, Foto: Noah Shahar Foto: Noah Shahar
    Mit verschiedenen Spielen kommen sich die Schülerinnen und Schüler näher
  • Die sechs Mitglieder der Jury, Foto: Noah Shahar Foto: Noah Shahar
    Die sechs Mitglieder der Jury
  • Der Wettbewerb beginnt. Die Schülerinnen und Schüler interviewen sich gegenseitig über ihre Heimatländer, Foto: Songkot Ketwet Foto: Songkot Ketwet
    Der Wettbewerb beginnt. Die Schülerinnen und Schüler interviewen sich gegenseitig über ihre Heimatländer
  • Im zweiten Teil des Wettbewerbs präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Gruppe, Foto: Timo Kozlowski Foto: Timo Kozlowski
    Im zweiten Teil des Wettbewerbs präsentieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Gruppe
  • Die Begleitlehrer haben viel Spaß bei den Präsentationen, Foto: Timo Kozlowski Foto: Timo Kozlowski
    Die Begleitlehrer haben viel Spaß bei den Präsentationen
  • Australien hat ein Quiz vorbereitet und alle machen mit, Foto: Timo Kozlowski Foto: Timo Kozlowski
    Australien hat ein Quiz vorbereitet und alle machen mit
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf A1-Niveau mit den drei Erstplatzierten …, Foto: Noah Shahar Foto: Noah Shahar
    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf A1-Niveau mit den drei Erstplatzierten …
  • … und die Gruppe A2 mit den Gewinnern, Foto: Noah Shahar Foto: Noah Shahar
    … und die Gruppe A2 mit den Gewinnern
Mitten unter den Tanzenden ist Nguyễn Tất Hoàng Long, der wenige Minuten zuvor noch in Tränen aufgelöst war – als er hörte, dass er den zweiten Platz auf dem Anfängerniveau A1 errungen hat. „Der Wettbewerb war ziemlich schwer“, erzählt der 16-jährige Vietnamese, der in Heidelberg Biotechnologie studieren möchte. Für sein großes Ziel geht er, wenn er Ferien hat, jeden Tag in Ho-Chi-Minh-Stadt zum Lernen ans Goethe-Institut.

Neben Vietnam und natürlich Gastgeber Thailand waren bei der Olympiade Schülerinnen und Schüler aus Australien, China, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Neuseeland und den Philippinen dabei. Sie alle mussten bei den in Bangkok und im Küstenort Rayong stattfindenden Wettbewerben unter anderem im Team eine Wandzeitung gestalten, eine Präsentation vor der Jury halten und bei einem Stationenlauf auch ihr sportliches Können zeigen. „Meine Füße und Beine tun richtig weh, weil ich so viel gerannt bin“, erzählt Hoàng noch kurz vor der Siegerehrung.

Doch die Schmerzen sind vergessen, als er später stolz seine Silbermedaille zeigt. Und überhaupt, meint er mit Blick auf die vielen Aktivitäten am Rande der Wettbewerbe: „Es hat alles so viel Spaß gemacht: Wir hatten eine Disko, es gab einen großen Pool und sogar Klaviermusik am Abend.“

Die Siegerin im A1-Wettbewerb kommt aus dem Gastgeberland: „Ich bin sehr glücklich“, freut sich Suthinee Jangphiphatnawakit, die erst seit gut einem Jahr die neue Sprache lernt. „Ich liebe es, Deutsch zu sprechen“, sagt die 17-Jährige. „Jetzt will ich es noch besser lernen.“

Auch für das Mädchen aus Bangkok war das Drumherum besonders toll. „Wir haben ganz viel zusammen gemacht: Fußball gespielt zum Beispiel. Und uns erzählt, was in jedem Land anders ist.“ So stolz sie auf ihren ersten Preis ist, eins ist für Suthinee klar: „Die ganzen neuen Freunde zu treffen, das war das Beste.“

Andere Kulturen kennenlernen über Deutsch

 „Diese Woche war total supercool“, schwärmt auch Lucy Matehaere. „Ich habe so viele Leute aus anderen Ländern kennengelernt und weiß jetzt so viel Neues von anderen Kulturen“, sagt die 16-Jährige von Neuseelands Südinsel, die gern als Kanutin an den Olympischen Spielen 2024 in Paris teilnehmen und dafür in Deutschland trainieren will.

Lucy landete zwar nicht auf den vorderen Plätzen, aber sie hatte sich für die neun Tage in Thailand auch etwas andere Ziele gesetzt: „Mein Deutsch verbessern und mit jedem einzelnen Teilnehmer sprechen und mir den Namen merken.“ Das habe sie geschafft, sagt Lucy stolz. „In meinem Herzen habe ich gewonnen.“

Nicht nur im Herzen gewonnen hat Rushabh Soni. Der 16-Jährige aus Indien errang den ersten Platz in der Fortgeschrittenen-Klasse A2. „Diese Woche war die beste meines Lebens“, sagt er nach der Siegerehrung überwältigt – und spricht dann auch gleich von den vielen neuen Freunden, die er gewonnen habe. „Wir haben so viel Spaß zusammen gehabt.“

Auch Rushabh möchte wie fast alle Teilnehmer in Deutschland studieren. „Die Olympiade hat mir geholfen, meinem Traum näher zu kommen“, sagt der Junge aus Mumbai. „Und sie hat mich motiviert.“ Ganz fest in den Händen hält Rushabh dabei den Briefumschlag mit seinem Preis: einen Sprachkurs an einem Goethe-Institut in Deutschland. „Ich bin jetzt schon sehr aufgeregt, nach Deutschland zu fliegen und Deutschland und die Menschen dort kennenzulernen.“