Future Young Entrepreneurs Kreative Nachwuchs-Unternehmer

Die Startup-Ideen der Future Young Entrepreneurs sind in Auseinandersetzung mit lokalen Problemen entstanden.
Die Startup-Ideen der Future Young Entrepreneurs sind in Auseinandersetzung mit lokalen Problemen entstanden. | © Goethe-Institut e.V./Ezaius Mkandawire

Schüler aus sieben Ländern lernten beim weltweiten Projekt Future Young Entrepreneurs, worauf es für Unternehmer ankommt: Im September 2016 treten die Landessieger bei der internationalen Wettbewerbswoche in Berlin gegeneinander an.
 

„Wir sind aufgeregt, aber unsere Trainerin hat uns so gut vorbereitet, dass wir hoffentlich gewinnen“, sagt Pam Boesjes aus den Niederlanden vor der Präsentation ihrer Startup-Idee „Fidentity“. Die Schülerin Pam und ihre Teamkollegen haben ein innovatives Fahrradschloss entwickelt, das sich mit Fingerabdruck öffnen und schließen lässt. Das Verlieren von Schlüsseln soll damit der Vergangenheit angehören. Pam und ihre Kollegen sind Teilnehmer des EU-finanzierten Schülerprogramms Future Young Entrepreneurs, das Schülern die Grundlagen des Unternehmerseins vermittelt.

Insgesamt 210 Schülerinnen und Schüler zwischen 15 und 18 Jahren aus Indien, Indonesien, Malawi, den Niederlanden, Rumänien, Vietnam und Deutschland konnten sich für die Teilnahme an dem Erasmus+ Programm qualifizieren. Mit Ausnahme von Indien und Vietnam besuchen alle Jugendlichen eine der PASCH-Partnerschulen, die vom Goethe-Institut betreut werden.

Zunächst, erklärt Miriam Irle, Projektleiterin von „Future Young Entrepreneurs“, mussten die Jugendlichen ihre Motivation für die Teilnahme an dem Wettbewerb schriftlich darlegen: „Warum will ich Unternehmer sein? Welche Voraussetzungen bringe ich dafür mit?“ Pro Land wurden so die 30 besten Schülerinnen und Schüler ausgewählt, die in der ersten Projektphase die Grundkompetenzen des Unternehmertums in drei Workshops erlernen durften.

Zwei Minuten Zeit für den Elevator Pitch

Zur Vorbereitungsphase gehörten Workshops zum Thema Design-Thinking, die Erstellung von Geschäftsplänen, interkulturelle Geschäftskommunikation sowie die rhetorische Kunst des Elevator Pitch: „Beim Elevator-Pitch müssen die Schüler ihre Startup-Idee in nur zwei Minuten vor einer Jury präsentieren. Wie bei einem Gespräch im Fahrstuhl“, erklärt Projektleiterin Irle. Betreut wurden die Nachwuchsunternehmer von erfahrenen Mentoren und Mentorinnen aus ihren Heimatländern, die den Jugendlichen in den Bereichen Recht, Marketing und Fundraising zur Seite standen. Bei der deutschen Projektpartnerschule, dem Gymnasium Olching, waren das zum Beispiel Experten der TU München sowie des SEED-Programms der Vereinten Nationen zur Förderung nachhaltigen Unternehmertums.

Die Jungunternehmer entwickeln gemeinsam Ideen. Die Jungunternehmer entwickeln gemeinsam Ideen. | © Tessa Wiegerinck/Goethe-Institut e.V. Von den Start-up-Ideen der Jugendlichen, die in den Workshops entwickelt wurden, ist Miriam Irle begeistert. Alle seien in Auseinandersetzung mit lokalen Problemen vor Ort entstanden. So entwickelten die Schüler in Vietnam eine App-Idee zum Überleben im nahen Dschungel, in Indien wurde ein Spazierstock erfunden, der einen Blinden elektronisch vor Hindernissen warnen kann, und in Jakarta gewann eine Startup-Idee zur Raucherentwöhnung.

Zum Finale nach Berlin

Nach dem erfolgreichen Landes-Pitch treten die Siegerteams jetzt Praktika in deutschen Unternehmen ihrer Heimatländer an. Im September 2016 werden sie dann in Berlin beim internationalen Wettbewerb pitchen: Axel Springer, Deutsche Telekom, Deutsche Bahn, Pro Sieben und Vertreter aus der Berliner Gründer-Szene haben ihre Teilnahme vorläufig zugesagt. Sasquia aus Indonesien und Pam aus den Niederlanden fiebern der finalen Wettbewerbswoche in Berlin entgegen, genau wie die anderen Teilnehmer.

Bei einer Online-Firmensimulation im November konnten sich die Teilnehmer immerhin schon einmal in der virtuellen Welt treffen und gemeinsam an Geschäftsideen feilen. Und nicht nur sie: Auch Deutschschüler, die nicht an dem Projekt teilnehmen, konnten sich an den vom Goethe-Institut betreuten PASCH-Schulen in das Spiel einloggen und herausfinden, ob sie das Zeug zum Unternehmer haben.

„Die Jugendlichen sind Feuer und Flamme für ihre Ideen“, sagt Miriam Irle. Ziel von Future Young Entrepreneurs sei es, „Jugendlichen zu vermitteln, worauf es beim Unternehmersein ankommt, Berufsperspektiven zu schaffen und Alternativen aufzuzeigen. Mit mehr als 40 Prozent ist die Jugendarbeitslosigkeit in einigen Ländern inner- und außerhalb Europas dramatisch hoch.“ Und wer weiß – möglicherweise schafft es eines der Jungunternehmer-Teams sogar, seine Gründungsidee an einen Investor zur verkaufen – der Traum eines jeden Unternehmers, ob groß oder klein.

-sm-