Gutenberg-Preis 2016 „Bücher waren mein Schlüssel in die Welt“

Der Bürgermeister der Stadt Mainz Michael Ebling überreicht den Gutenberg-Preis an den Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann
Der Bürgermeister der Stadt Mainz Michael Ebling überreicht den Gutenberg-Preis an den Präsidenten des Goethe-Instituts Klaus-Dieter Lehmann | © AZ/Braun

Der Präsident des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, wurde mit dem Gutenberg-Preis 2016 der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft und der Stadt Mainz ausgezeichnet.

Der mit 10.000 Euro dotierte Gutenberg-Preis wird alljährlich im Wechsel mit der Stadt Leipzig für besondere Verdienste um das Buch und die Buchkultur verliehen Bei dem Festakt zur Verleihung des Preises im Mainzer Rathaus würdigte der Chefredakteur des ZDF, Dr. Peter Frey, Klaus-Dieter Lehmann als einen „charmant-entschlossenen Kultur-Verführer“, dessen wegweisende Ideen und Visionen gerade der Kulturstadt Berlin einen sichtbaren Stempel aufgedrückt hätten.

Die Verleihung dieses besonderen Preises, so Lehmann, berühre ihn tief, da er bei seinem vielfältigen kulturellen Engagement immer ein „Büchermensch“ geblieben sei. „Wissenschaft zu öffentlichem Wissen zu machen, war immer mein Credo.“ Auch führte er aus, dass der Kulturbereich im Zuge der Digitalisierung vor großen Aufgaben stehe, sich dieser Entwicklung aber nicht verschließen dürfe: „Es gibt keinen Grund, das digitale Medium auszuschlagen, dafür bietet es zu viele attraktive Möglichkeiten. Digitale Abstinenz der Nutzer lässt sich letztlich auch gar nicht durchset-zen. Entscheidend ist, ob wir nur einfach zusehen, wie sich das digitale Medium als technisches Phänomen entwickelt oder ob wir es in den Dienst der Kultur nehmen.“ Er selbst sei in seiner Laufbahn als Bibliothekar im-mer von beiden Erscheinungsformen geprägt gewesen – „vom gedruckten Buch und dem digitalen Produkt“.

Zum Preiskomitee gehören Persönlichkeiten der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft, der Johannes Gutenberg-Universität und des Stadtrates sowie der Stadt Leipzig. Seine Entscheidung begründet das Komitee unter anderem mit den großartigen Verdiensten Klaus-Dieter Lehmanns um die Zusammenführung der Deutschen Bücherei und der Deutschen Bibliothek in Frankfurt zusammen mit dem Deutschen Musikarchiv in Berlin in den 1990er-Jahren zur heutigen „Deutschen Nationalbibliothek“.

Als Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin von 1999 bis 2007 habe er sich zudem vielfältig für den Erhalt von Kulturgütern, wie dem Pergamonmuseum, oder der Rekonstruktion der Staatsbibliothek in Berlin eingesetzt. Und als heutiger Präsident des Goethe-Institutes sei Klaus-Dieter Lehmann einer der wegweisenden Vermittler von deutscher Sprache und Kultur im Ausland, aber auch Förderer von Sprachkursen, unter anderem für Migrantinnen und Migranten, im Inland.

Frühere Preisträger waren der Erfinder des E-Papers, Prof. Dr. Joseph M. Jacobson vom MIT in Cambridge, Mass., der Direktor der Harvard Libraries, Prof. Dr. Robert Darnton, Prof. Dr. Henri-Jean Martin von der Sor-bonne Paris oder vor zwei Jahren der Semiotiker und Schriftsteller Prof. Dr. Umberto Eco.